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Polizei Bückeburg legt aktuelle Kriminalstatistik vor / Steding: Bürger leben hier vergleichsweise sicher

Mehr Straftaten, aber Kripo-Erfolgsquote steigt

Bückeburg (tw). Die Nachricht - für sich betrachtet - ist auf den ersten Blick schlecht: Die Zahl der Straftaten, die das Polizeikommissariat Bückeburg 2005 registriert hat, liegt mit 2769 um 423 Fälle über der des Vorjahres; das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2000. Indes: Was zunächst Besorgnis erregend klingt, relativiert sich auf den zweiten Blick. Und das gleich aus mehreren Gründen: "Im Zehn-Jahres-Schnitt", rechnet Polizeichef Werner Steding, "liegt das Mittel bei (nur) 2557 Straftaten". Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der schweren Diebstähle fast halbiert. Parallel dazu steigt die Aufklärungsquote.

veröffentlicht am 08.04.2006 um 00:00 Uhr

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Abzulesen ist das an der "Kriminalitätsstatistik 2005", die Steding gestern gemeinsam mit den Polizeihauptkommissaren Christoph Hose und Bernd Tünnermann an der Ulmenallee vorstellte. Fazit der Drei: "Im Bereich des Kommissariats lässt es sich vergleichsweise sicher leben." Das Zahlenwerk und die Bewertung der Polizei im Einzelnen: Das Gros der Straftaten, die die Beamten im vergangenen Jahr auf den Plan riefen, waren - einmal mehr - Diebstähle. Zuwächse gab es im Bereich der BTM- und Betrugsdelikte; so ist die Zahl von Straftaten in Zusammenhang mit ebay-Auktionen deutlich gestiegen; etwa, wenn Käufer die bei Internet-Auktionen ersteigerte und bezahlte Ware nicht erhalten haben. Oder Diebe in Geschäften mit gestohlenen EC-Kartenbezahlen - wobei sie, wenn keine PIN verlangt wird, derzeit noch ein leichtes Spiel haben. Erfreulich ist dagegen die oben erwähnte Entwicklung der Aufklärungsquote: Die Kurve weist seit 2002 ungebrochen nach oben, hat jetzt den Wert von (Rest-)Niedersachsen erreicht. Genauer: Die Quote lag 2002 bei 46,8 Prozent, 2003 bei 49,5 Prozent, 2004 bei 52,7 Prozent - und betrug im vergangenen Jahr 55,3 Prozent. Erfolge, die sowohl Steding als auch Hose und Tünnermann auf die verbesserte Schulung der Mitarbeiter in Sachen Tatortarbeit zurückführen; aber auch die vermehrt eingesetzten DNA-Analysen tragen dazu bei, dass immer weniger Kriminelle unerkannt "davon kommen". Erfreulich auch: Die Zahl der Diebstähle unter erschwerten Bedingungen hat sich von 1377 (1995) binnen zehn Jahren auf nunmehr 634 nahezu halbiert. Steding: "Die Präventionskampagnen, die wir vor allem zur dunklen Jahreszeit starten, zahlen sich aus." Kommt hinzu: Die Zahl der Pkw-Einbrüche ist seit Jahren rückläufig. Grund: Weil Autoradios mehr und mehr über einen PIN-Code verfügen, lohnt sich der Diebstahl nicht mehr. Soll heißen: Die Geräte sind in der Drogenszene kaum noch ein "Zahlungsmittel". Sehr zur Freude der Polizei klappt auch die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft und Justiz "hervorragend". Selbst auswärtige Gerichte bescheinigten dem Kommissariat, dass "auf dem Lande" effektive Polizeiarbeit geleistet wird. Kommt hinzu: Verurteilungen haben oft hohe Freiheitsstrafen im Gefolge - was sich inzwischen auch in einschlägigen Kreisen in Osteuropa herum spricht. Für 2006/2007 sagt die Polizei schwerpunktmäßig Dieben und jugendlichen Kriminellen den Kampf an. Im ersten Fall feilen die Beamten dabei auch an einem Konzept gegen den Fahrradklau, für das jetzt der Einsatz- und Streifendienst (ESD) sensibilisiert wird. Die Idee dahinter: Schon beim Codieren von Rädern Dateien mit "besonderen Merkmalen" der Velos anlegen. Sollten Diebe - wie es oft geschieht - ein "neues" Rad aus mehreren geklauten zusammenschrauben, lässt sich der Diebstahl anhand besagter Merkmale nachweisen. Herzliche Bitte des Polizeichefs für 2006: "Wann und wo immer Sie eine verdächtige Beobachtung machen - scheuen Sie sich nicht und rufen Sie Ihre ,Freunde und Helfer' unter 110 an. Notieren Sie Nummernschilder, wenn Ihnen etwas ,spanisch' vorkommt." Die "Beweissicherung" funktioniertübrigens ebenso gut auch mit der eingebauten Kamera, über die heute fast jedes Handy verfügt.

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