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Viele Veränderungen am Bisongelände

Mehr Licht: Springes größte Solaranlage

Springe. Das Leben ist eine Baustelle. Hilmar Janiks Berufsleben zumindest. Der Chef des Bildungszentrums Verkehr arbeitet mit Hochdruck auf dem Gelände der Firma Bison, an den alten Hallen, die er nach der Pleite des Unternehmens aufgekauft hat. Die geplante Markthalle (NDZ berichtete) steht inzwischen wieder in den Sternen – dafür installiert Janik auf den Dächern gerade Springes größte Solaranlage. Am Donnerstag startet der Betrieb.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 10:25 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Und auch die nächste Idee brennt dem tüchtigen Unternehmer schon unter den Fingern: Eine der sanierungsbedürftigen alten Betriebshallen würde er gerne zu einem 400 Quadratmeter umfassenden Veranstaltungsraum umbauen – mit Theke und Technik: „In so einer Größe fehlt das einfach in der Stadt“, sagt Janik.

Was ihm bisher auch immer gefehlt hat, war eine Markthalle: Obst und Gemüse, Gastronomie, jeden Tag und vielleicht auch abends geöffnet. Im September ging er mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit – „seitdem haben sich über 20 Interessenten gemeldet“, sagt er heute. Problem: Auch die ersten Preise für den aufwändigen Umbau des alten Kesselhauses trudelten bei Janik auf den Schreibtisch: „Das wird viel teurer als erwartet. Vielleicht kann ich noch günstigere Angebote einholen“, hofft er. Sonst greift Plan B: Abriss und ein neuer Vermiet-Parkplatz: „Die Nachfrage ist hier auf jeden Fall, bei den vielen Pendlern. Und irgendetwas muss ich machen, damit sich meine Investition lohnt“, sagt Janik.

Langweilen wird er sich bis dahin garantiert nicht: Gerade hat er 2400 Quadratmeter altes asbestbelastetes Dach von mehreren Gebäudeteilen entfernen lassen. Auf der Hälfte dieser Fläche entsteht gerade Springes größte Solaranlage. 531 große Module mit einer Leistung von je 230 Watt fangen hier an der Industriestraße, direkt in Sichtweite zum Bahnhof, das Sonnenlicht ein.

Der Strom wird durch ein extra neu verbuddeltes Kabel in das Netz der Stadtwerke Springe eingespeist, die Janik dafür bezahlt. „Davon können 40 bis 60 Springer Haushalte mit Elektrizität versorgt werden“, erklärt Uwe Bochnig von der ausführenden Firma „Team Solar Springe“.

Die jeweils 25 Kilo schweren Module sind in Indien gefertigt, die Arbeiter haben sie in den vergangenen Wochen per Kran palettenweise auf die Dächer gehievt. „Das Gewicht mussten wir auch vorher beachten, nicht jedes Dach hält das aus“, erklärt Bochnig.

Zwei Monate sind seit der ersten Planung vergangen – ab morgen soll der Strom von der Industriestraße aus ins Netz fließen. Ihren Titel könnte die neue Anlage übrigens verlieren, wenn die Stadtwerke ihre Pläne für Solarstrom am Schulzentrum Süd umsetzen. Dort sollen 1800 Quadratmeter aufs Dach. Die wiederum würde zurückgestellt werden, wenn Stadt und HRG ihre Pläne am Großen Graben umsetzen – dort wären es stolze 16 000 Quadratmeter.

Der Anteil von Solarstrom an der insgesamt in Deutschland bereitgestellten Energie ist relativ gering; steigt aber stetig an. So lag dieser Wert laut Bundesumweltministerium im vergangenen Jahr je nach Messmethode zwischen 0,1 und 0,2 Prozent der gesamten Stromerzeugung. Wasser- und Windkraft erreichen leicht höhere Anteile.

Insgesamt machten die erneuerbaren Energien bei Strom und Wärme demnach 2008 deutschlandweit 7,1 Prozent der gesamten verbrauchten Energie aus.

Sonne auf dem Dach: Dachdecker Tim Gebauer, Ingenieur Uwe Bochnig vom Team Springe Solar sowie Gordana und Hilmar Janik (v. li.) mit den neuen Modulen von Springes größter Solaranlage auf den Dächern des früheren Bisonwerks.

Foto: zett



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