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Vertreterversammlung der Volksbank in Schaumburgändert Satzung: Weniger Mitgliedervertreter

Mehr Entscheidungskompetenz für Aufsichtsrat

Bad Nenndorf (tes). Positive Stimmung bei der Vertreterversammlung der Volksbank in Schaumburg: Die Bilanzsumme ist um 5,4 Prozent auf 744 Millionen Euro gestiegen, der Bilanzgewinn auf 1,272 Millionen. 272 Stimmvertreter und 137 Gäste haben dem Genossenschaftsgedanken alle Ehre gemacht - mit Diskussionen und Anträgen zu höherer Dividende und der Machtverteilung zwischen Aufsichtsrat und Vertretern.

veröffentlicht am 22.06.2007 um 00:00 Uhr

Fit für Finanzen und Sport: Vorstandsmitglied Joachim Schorling

"Genossenschaft lebt", hat Vorstandsmitglied Joachim Schorling die kontroversen Redebeiträge bei der ersten Vertreterversammlung in der Nenndorfer Wandelhalle kommentiert. Im Mittelpunkt stand die Satzungsänderung. Diese war infolge der von Brüssel ausgehenden Reform des seit 1889 kaum novellierten deutschen Genossenschaftsgesetzes notwendig geworden. Ziel ist nach Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinz Frühmark, Gründungen zu erleichtern - besonders für kleine Genossenschaften. Zudem wurden die Förderzwecke erweitert. So sind jetzt auch soziale und kulturelle Zwecke förderungswürdig. "Das Freibad in Luthe wird so betrieben", nannte Frühmark ein nachahmenswertes Beispiel. Wurden die gesetzlich vorgegebenen Anpassungen noch einstimmig verabschiedet, sorgten die beiden weiteren Änderungen für Diskussionsstoff. Allen voran die Frage, ob die Entscheidungskompetenz bei außerordentlichen Kündigungen sowie zur Eröffnung von Insolvenzverfahren an den Aufsichtsrat übertragen wird. "Bei so wichtigen Entscheidungen sollte nicht im stillen Kämmerlein entschieden werden", sah Cora Wissmann einen Widerspruch, "die Mitglieder haben uns gewählt, um Aufsichtsfunktion wahrzunehmen." Der Beifall im Saal gab der Vertreterin ebenso Recht wie Kollege Freddy Denz: "Ich habe ein Problem damit, mich als Vertreter selbst zu amputieren. Wir können genau so qualifiziert entscheiden." Schorling sah keinen Widerspruch darin, die Entscheidungskompetenz des Aufsichtsrates zu erhöhen. Zudem könne so verhindert werden, dass in der Öffentlichkeit "schmutzige Wäsche" gewaschen werde, fügte der Aufsichtsratsvorsitzende hinzu. Schon im Vorfeld hatte ein weiterer Teil der Satzungsänderung - die Reduzierung der Vertreter für die 22 140 Mitglieder - Widerspruch hervorgerufen. Der Schlüssel sollte von bisher einem Vertreter je 30 Mitglieder auf einen pro 100 erhöht werden. Erst die moderatere Anpassung auf einen Vertreter für 60 Mitglieder schaffte die nötigen 75 Prozent der Stimmen und tritt bei der Wahl 2010 in Kraft. Die sich daraus ergebende Änderung der Wahlordnung ging mit drei Gegenstimmen über die Bühne. Zudem gab es eine sprachliche Modernisierung: "Wir sind keine Genossen mehr", schmunzelte Frühmark. Dem Aufsichtsrat gehören ab sofort nur noch 19 Mitglieder an. Der Vorsitzende Karl-Heinz Frühmark (Marktbereich Rinteln), Volker Hagemann (Bückeburg), Klaus Peters (Rinteln) und Ursula Sapia (Obernkirchen) wurden wiedergewählt. Die Position des aus Altersgründen ausgeschiedenen Heinrich Gottschalk wird laut Beschluss der letztjährigen Vertreterversammlung nicht neu besetzt. "Bewegung ist Leben", lautete die Devise von Referent Dr. Thomas Wessinghage. Der Ausnahmeathlet erlangte Weltruhmüber verschiedene Laufdistanzen, wurde 1982 in Athen Europameister über 5000 Meter. Seit 2002 ist Wessinghage ärztlicher Direktor der Rehaklinik Damp sowie Leiter des Deutschen Zentrums für Präventivmedizin. In dieser Funktion mahnte er zur vorbeugenden Lebensführung. Dabei müsse nicht einmal die "bittere Pille" Sport geschluckt werden. Schon mit einem minimalen zusätzlichen Energieverbrauch von 500 kcal, das bedeutet etwa einen Kilometer Gehstrecke am Tag, trete ein messbarer Schutzeffekt ein. Optimal seien etwa zwei Stunden Bewegung pro Woche (drei mal 40 Minuten). Die Heilsbotschaft unserer Tage reduzierte Wessinghage auf wenige Worte: "Gehen? Walking? Laufen? Radfahren? - Just do it." Schneller gehen sollte es nach dem Antrag von Friedrich-Wilhelm Hoppe auch mit dem Ablauf der Vertreterversammlung: Nach drei Stunden forderte der Rintelner vor der Pause "das Prozedere künftig zu straffen, oder zumindest das Essen vorher zu reichen."



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