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Pendlerpauschale: Einspruch gegen Kürzung / Schaumburger Land typische Pendlerkommune

Mehr als 36 000 Schaumburger können hoffen

Landkreis (gus). Nomen es Omen - aktuell kommt Bewegung in die Debatte um die Pendlerpauschale. Ob diese wirklich sozusagen um 20 Kilometer pro Wegstrecke gekürzt wird, hängt von einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ab. Die Pläne der großen Koalition in Berlin, die bereits von Bundestag und Bundesrat abgenickt worden sind, könnten sich als unvereinbar mit dem Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz erweisen. Hoffnung für etliche Schaumburger.

veröffentlicht am 08.03.2007 um 00:00 Uhr

Ob mit Auto oder Bahn - Pendeln könnte bald noch teurer werden.

Auf Regionen wie das Schaumburger Land hätte eine Kürzung der Pendlerpauschale besonders große Auswirkungen. Zwischen dem Ballungsraum Hannover und den kleineren Zentren Minden und Hameln gelegen, gilt Schaumburg als typische Pendler-Kommune. Mehr als 36 000 Arbeitnehmer werden als Berufspendler eingestuft. Rund 21 000 davon haben eine Arbeitsstelle außerhalb des Landkreises. Spitzenreiter ist dabei die Region Hannover mit 11 697 Arbeitnehmern aus Schaumburg (Stand Juni 2004). Für die rund 15 000 Pendler innerhalb des Landkreises würde die geplante Eindampfung der Pauschale fast den kompletten Ausfall von Fahrtkostenerstattung bedeuten. Wer bis nach Hannover "pendelt", muss zumindest deutliche Einbußen bei der Lohnsteuererstattung für 2007 in Kauf nehmen, wenn es zu der 20-Kilometer-Beschränkung kommt. "Es wäre sehr ärgerlich, wenn die 20 Kilometer pro Strecke wegfallen", meint Thomas Rugel aus Rodenberg. Nach dessen Schätzung wären dann 4000 Euro vom Jahreseinkommen nicht mehr von der Steuer absetzbar. Was unterm Strich an Einbuße bleibe, müsse dann woanders eingespart werden. Wo? "Urlaub machen wir sowieso selten", sagt Rugel. Und in der jüngeren Vergangenheit seien etliche Dinge immer teurer geworden. Rund 500 Euro weniger an jährlicher Steuerrückerstattung erwartet eine Stadthägerin durch die Regierungspläne. Diese arbeitet in der Landeshauptstadt und ist ebenso Pendlerin wie ihr Ehemann. Deren Freundin aus Rodenberg spricht von 80 Euro Fahrtkosten im Monat. Wie viel sie davon künftig noch erstattet bekäme, hat sie noch nicht ausgerechnet. Joachim Wittenberg aus Bückeburg findet die angedrohten Einschnitte ungerecht. "Erst wird jahrelang gepredigt, man soll flexibel sein und auf die Umwelt Rücksicht nehmen. Jetzt wird man dafür bestraft", meint dieser. Den 70 Kilometer langen Weg zu seinem Arbeitsplatz in Hannover lege er mit dem Zug zurück. Zwar habe er wegen des aktuellen Widerspruchs vor dem Bundesgerichtshof noch Hoffnung. "Aber dann kommt eben eine andere Art Kürzung", glaubt Wittenberg. Martin Thiel, der wochentäglich von Hannover zur Arbeit nach Stadthagen pendelt, ist erbost darüber, dass man der Kürzung nicht entgehen kann. "Ich muss ja irgendwie zur Arbeit kommen. Eine Alternative gibt es nicht", meint der Hannoveraner. Ähnlich äußert sich Uwe Dehne, der genau entgegengesetzt unterwegs ist. "Manhat keine Chance, sich zu wehren. Hoffentlich ändert sich noch was durch den Einspruch."

Joachim Wittenberg
  • Joachim Wittenberg
Martin Thiel
  • Martin Thiel


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