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Luxusproblem der Kreisjugendfeuerwehr in Form von Platznot

Mehr als 1500 aktive Jugendliche

HAMELN. Die Kreisjugendfeuerwehr Hameln-Pyrmont mit ihren Jugend- und Kinderfeuerwehren hat in Sachen Mitgliederstand die 1500er-Marke überschritten.

veröffentlicht am 04.02.2020 um 10:16 Uhr

Auch im vergangenen Jahr konnte die Kreisfeuerwehr wieder ein Mitgliederplus verzeichnen. Nicht überall scheint das allerdings ein Grund zum Jubeln zu sein. „Gute Jugendarbeit schafft Probleme“, machte Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke beim Kreisjugendfeuerwehrtag 2020 in Hameln deutlich. „Die Luxusprobleme in Form von Platznot erreichen die Einsatzabteilungen der Stützpunkt- und Ortswehren erst noch. Feuerwehrhäuser platzen aus den Nähten und Neubauten werden aufgrund starrer Vorgaben nicht den aktuellen Zahlen angepasst und zu klein geplant“, mahnte der Kreisbrandmeister vor den neben den Jugendfeuerwehrdelegierten ebenfalls zahlreich anwesenden Kommunal-, Kreis-, Landes- und Bundespolitikern. Ihn persönlich freuen die permanent leicht steigenden Mitgliederzahlen im Landkreis, die gleichzeitig einen stabilen Nachwuchs für die Einsatzabteilungen bedeuten, wie er sagt. Und er betont in seinem Grußwort den Stellenwert der Arbeit in der Kreisjugendfeuerwehr und den örtlichen Kinder- und Jugendfeuerwehren, die „die Begeisterung der Kinder wecken und die Jugend an die Aufgaben der Feuerwehr heranführen“. Insgesamt gehören aktuell 937 Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren den Jugendfeuerwehren an. Der Frauenanteil beträgt 39 Prozent – Tendenz steigend. „Wir hatten 177 Neuzugänge und 31 Übernahmen in die Einsatzabteilungen der Ortswehren und leider auch 131 Austritte“, bilanziert Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Kurbgeweit. Neben anderen Interessen oder einem Wohnortwechsel wird immer wieder die Nichtvereinbarkeit von Schule und dem Dienst in den Nachwuchsorganisationen als ein Grund für den Austritt aus der Kinder- beziehungsweise Jugendfeuerwehr genannt. Bei den Kinderfeuerwehren, die ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich der Kreisjugendfeuerwehr zählen, ist ein Plus von 36 Mitgliedern zu verzeichnen. In diesem Bereich engagieren sich 593 Mädchen und Jungen. Zusammengerechnet werden aktuell 1530 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren in der Kreisjugendfeuerwehr-Statistik geführt. Das bedeutet einen Zuwachs von 3,5 Prozent oder 51 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr.

Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese zeigte sich angesichts der knapp geschrammten 1000er-Grenze bei der Jugendfeuerwehr stolz, dass so viele junge Menschen ihr Interesse für die Feuerwehr zeigen und sich ganz offensichtlich noch mit etwas anderem beschäftigen, als mit den neuen Medien. Der stellvertretende Landrat Torsten Schulte hob den konstruktiven Umgang miteinander hervor. Im Namen der anwesenden Landes- und Bundespolitiker machte Dirk Adomat den angehenden Feuerwehrleuten Mut, auch Anfeindungen mutig entgegenzustehen und versicherte ihnen die Unterstützung der Politik zu. Regierungsbrandmeister Wolfgang Brandt möchte als Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Arbeit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren künftig die Sitzordnung geändert haben: „Eigentlich müssten nicht wir, sondern ihr vorne sitzen!“ Und Bezirksjugendfeuerwehrwartin Jana Bengtson machte deutlich, dass Jugendfeuerwehr mehr sei, als Nachwuchsgewinnung für die Einsatzabteilungen. „Der größte Faktor, der den Jugendlichen mitgegeben wird, ist der Spaß an der Sache“, meinte sie.sbr

Auch die Politik war beim Kreisjugendfeuerwehrtag stark vertreten. FOTO: SBR


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