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Serie zum Klimaschutz - Teil 4: Beim Autofahren zählen viele Kleinigkeiten, wenn gespart werden soll

"Mehr als 130 km/h - das kostet richtig Sprit"

Bückeburg (ima). Der größte Anreiz zu umweltfreundlichem Autofahren ist und bleibt der Geldbeutel. Der regelmäßige Schweißausbruch beim Anblick der Tankrechnung ist vielleicht nicht ganz vermeidbar, durch eine Umstellung der Fahrweise lässt sich allerdings ohne großen Aufwand so mancher Euro einsparen. "Vorausschauendes Fahren" lautet die Zauberformel, meint Fahrlehrer Wilfried Harting. Das schont die fossilen Brennstoffe und vermindert den CO 2 -Ausstoß.

veröffentlicht am 16.03.2007 um 00:00 Uhr

Der Bückeburger Fahrlehrer Wilfried Harting: "Sicherheit steht a

Umweltfreundlichkeit steht in der Fahrschule Harting auf der Tagesordnung: "Man kann sagen, das ist in den letzten Jahren immer stärker geworden. Das ist auch ein Prüfungsthema in Theorie und Praxis. Wenn da jemand beispielsweise im falschen Gang fährt - man soll ja nicht hochtourig fahren - dann würde der durchfallen, wenn er das auf große Strecken macht. Das Gute ist: Wenn man's von Anfang an lernt, ist es nachher selbstverständlich." Vorausschauendes Fahren bedeutet nicht automatisch langsam zu fahren, erklärt Harting. Schließlich gebe es Situationen, etwa beim Überholen, wo ein Fahrer aus Sicherheitsgründen stark beschleunigen muss. Vielmehr solle der Autofahrer frühzeitig erkennen, was auf ihn zukommt, und dann "im Verkehr mitgleiten". Harting: "Man soll nicht Gas geben und anschließend wieder bremsen, jedes Gasgeben kostet Sprit. Ganz extrem ist das auf Autobahnen. Wenn einer 180 Stundenkilometer fährt, dann auf 120 abbremst und wieder auf 180 beschleunigt, sind das dreißig Prozent mehr Sprit!" Autobahnen prinzipiell zu meiden, wäre aber der falsche Weg, sagt der Fahrlehrer: Eine ruhige, gleichmäßige Fahrweise selbst bei höherer Geschwindigkeit muss nicht automatisch mehr Kraftstoff verbrauchen als die Fahrt auf einer kurvenreichen Landstraße, bei der häufiger abgebremst werden muss. Bei Tempo 130 ist aber häufig Schluss. Wird ein Wagen annähernd auf Vollgas gefahren, steigt der Benzinverbrauch gegenüber niedrigeren Geschwindigkeiten rasant an: "Alles, was über 130 geht, da brauchen Sie bestimmt dreißig Prozent mehr Sprit." Umweltfreundliches Fahren bedeutet aber nicht nur, die Geschwindigkeit im Auge zu behalten, auch beim Schalten lässt sich Kraftstoff einsparen: "Möglichst früh runter- und spät raufschalten," sagt der Fahrlehrer, "in der Regel läuft das Auto am besten im mittleren Drehzahlbereich, das fordert am wenigsten Sprit." Dass das Fahren bei niedriger Drehzahl irgendwann einen Motorschaden einbringt, stimmt heute nicht mehr. Dies sei ein Vorurteil vieler älterer Autofahrer, meint Harting: "Die heutigen Motoren sind anders gebaut, so dass man sehr flexibel fahren kann ohne immer rauf- und runterzuschalten." Ganz einfach lässt sich natürlich der Kraftstoffverbrauch senken, indem das Auto in der Garage bleibt. Leichter gesagt als getan und keine Alternative für den Fahrlehrer. Aber er sieht es auch nicht gerne, wenn seine Schützlinge nach bestandener Prüfung abends noch eine lässige Runde durch den Ort juckeln:"Es geht nicht darum, dass man nicht fahren soll, sondern man soll nicht übermäßig unnötig fahren." Das bedeutet auch, beim Warten am Bahnübergang oder vor Baustellen den Motor auszuschalten und das Auto nicht vor der Fahrt warmlaufen zu lassen: "Jede Sekunde, wo das Auto steht und der Motor läuft, ist unnütz." Außerdem lohnt es sich, das Auto von unnötigem Ballast zu befreien, zum Beispiel den Kofferraum mal ordentlich auszumisten oder den ungenutzten Dachgepäckträger herunterzunehmen. Wilfried Harting empfiehlt, den Wagen auch regelmäßig kontrollieren zu lassen und die letzten Tankrechnungen im Hinterkopf zu behalten: So kann auch ein Defekt, der beim Fahren erst einmal gar nicht bemerkt wird, zu höherem Spritverbrauch führen. Eine Kontrolle können Autofahrer selber übernehmen: Bei jedem zweiten Tanken sollte der Reifendruck überprüft werden, rät Harting: "Wenn der Reifendruck um 0,3 bar sinkt, dann steigt der Verbrauch um 1,5 Prozent an, weil der Rollwiderstand und der Reibungswert größer werden." Ein Klassiker unter den Spritfressern ist die Klimaanlage: Sie muss zwar regelmäßig in Betrieb genommen werden - das schluckt aber jede Menge Kraftstoff. Wilfried Harting: "Ich würde sagen, pro Stunde 0,7 Liter. Die sollte man wirklich nur benutzen, wenn sie erforderlich ist." Also doch lieber öfter die frische Landluft durchs Fenster hereinlassen - und wenn alle vorausschauend fahren, ist die dann auch noch ein bisschen frischer... Nächste Folge: Wie eine Pellet-Heizung den CO 2 -Ausstoß verringert. Internet-Forum: Diskutieren Sie mit unter www.landes-zeitung.de beziehungsweise www.schaumburger-zeitung.de .

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