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1312 Kilometer auf Schusters Rappen zum Jubiläumswochenende nach Halvestorf

Mega-Wanderung zum Feuerwehr-Fest

HALVESTORF. Dass jemand einen Fußmarsch von 1312 Kilometern auf sich nimmt, um am Jubiläumswochenende in Halvestorf dabei sein zu können, ist schon etwas Besonders.

veröffentlicht am 01.07.2019 um 15:45 Uhr

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Reporterin

Dr. Josef Guggenberger, der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Berndorf im österreichischen Bundesland Salzburg, der Partnergemeinde von Halvestorf, hat sich vor 55 Tagen auf den Weg ins Weserbergland gemacht und ist pünktlich eingetroffen – noch vor der mit Kleinbussen angereisten 20-köpfigen Abordnung aus Berndorf, die ebenfalls an der Jubiläumsfeier zum 85-jährigen Bestehen der Feuerwehr, zum 50. Jubiläum des Musikzugs und zum 10. Geburtstag der Kinderfeuerwehr Halvestorf teilgenommen hat.

Zu seinen „Beweggründen“ befragt, sagt der 63-Jährige, er habe nach seiner Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt Abstand gewinnen wollen und die Möglichkeit genutzt, sich Gedanken über neue Wege zu machen. Ich bin mit der Idee, zu Fuß nach Hameln zu wandern, schon eine geraume Zeit schwanger gegangen. Jetzt habe ich die Zeit und bin zum Glück noch fit genug, um mich dieser Herausforderung zu stellen.

Das Jubiläum war ein guter Grund, sich auf den Weg zu machen“, erklärt Dr. Guggenberger. 33 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen Halvestorf und Berndorf mittlerweile, 30 Jahre hat der ehemalige Bürgermeister die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Orten begleitet und mit Leben gefüllt, anfangs als Vize-, dann 20 Jahre als Bürgermeister. Im April dieses Jahres hat er den Staffelstab an seinen Nachfolger Johann Stemeseder weitergegeben. „Eigentlich wollte er sich unbemerkt einschleichen und keinen großen Bahnhof um seine Ankunft machen, doch am Waldbad haben wir ihn eingekesselt“, berichtet Halvestorfs Bürgermeister Hartmut Binder vom Empfang des Wanderers, der auf den letzten zwei Tagesetappen von seiner Frau begleitet wurde. Und welche Eindrücke konnte der Österreicher auf seiner Wanderung sammeln? „Deutschland hat mehr zu bieten als es denkt, bieten zu können“, sagt der ehemalige Bürgermeister Berndorfs. Hochinteressant fand er seine Stippvisite in Thüringen und Sachsen-Anhalt. „Besonders hat mich die wunderbar instandgesetzte, historische Bausubstanz in Erfurt und Quedlinburg beeindruckt“, so Dr. Guggenberger.

2 Bilder
V. li.: Aus Bürgermeister-Amtskollegen wurden Freunde: Dr. Josef Guggenberger und Hartmut Binder . FOTO: SBR

Und was ist das Besondere an der Partnerschaft zwischen Berndorf und Halvestorf? „Den Grundstein für die Partnerschaft haben Halvestorfer in den 1970er-Jahren gelegt, als sie in Berndorf Urlaub machten und Freundschaften entstanden sind. Unsere Partnerschaft basiert nicht auf politischem Willen, sondern privater Initiative. Die entsprechenden Gremien haben dann 1986 den offiziellen Beschluss gefasst und seither wird die Freundschaft vor allem durch die Vereine und natürlich nach wie vor von privaten Verbindungen getragen“, erklärt Hartmut Binder. Und Dr. Guggenberger fügt an: „Die Halvestorfer sind uns Berndorfern ans Herz gewachsen. Um ein Zeichen zu setzten und meine Wertschätzung in Bezug auf diese langjährige Freundschaft zum Ausdruck zu bringen, habe ich Halvestorf als Ziel meiner Wanderung gewählt.“

Auch unter seinem Nachfolger Stemeseder wird die Partnerschaft weiter gepflegt werden, wie dieser in Halvestorf unterstreicht. Angestoßen auf die Freundschaft wird natürlich auch – für die Österreicher Freunde ein bisschen ungewohnt mit kleinen 0,2 l-Gläsern. Allerdings brennt zum Schluss noch eine Frage auf den Nägeln: Sollte Hartmut Binder irgendwann einmal in Erwägung ziehen, das Amt des Halvestorfer Bürgermeisters an den Nagel zu hängen, wird er sich dann auch auf Schusters Rappen auf den Weg zum Gegenbesuch ins Nachbarland machen? Mit einem Schmunzeln in seinem Gesicht erspart er sich die Antwort…



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