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2016 nur noch 40 beziehungsweise 79 Jungen und Mädchen

Meerbeck und Lauenhagen gehen die Schulkinder aus

Lauenhagen/Meerbeck (gus). Ein Diskussionspapier sorgt in der Samtgemeinde Niedernwöhren für Gesprächsstoff. Es enthält Zahlen, die belegen, dass der Kommune die Grundschüler ausgehen. Die Einrichtungen in Meerbeck und Lauenhagen könnten zu sogenannten „Zwergschulen“ geraten. Diese lehnen Fachleute aus pädagogischer Sicht ab.

veröffentlicht am 13.05.2011 um 00:00 Uhr

In Meerbeck gingen im Jahr 2000 noch 92 Jungen und Mädchen zur Schule, in 2010 sind es noch 80, verteilt auf vier Klassen (Jahrgänge eins bis vier). Die Lauenhäger Grundschule besuchen mit 126 Schülern 66 weniger als noch vor zehn Jahren, es gibt dort ebenfalls eine Klasse pro Jahrgang. Und dieser Trend soll sich fortsetzen.

In 2016 gehen nach aktuellem Geburtenstand nur noch 40 Jungen und Mädchen in Meerbeck zur Schule. Das ergäbe einen Klassenschnitt von zehn Schülern. Auch Lauenhagen fiele mit 79 Schülern unter die Grenze von 80. Diese Zahl wird als kritische Größe für Schulen angesehen, weil das pädagogische Angebot dort nicht mehr angemessen ausgestattet werden kann. Das sieht Hans-Ulrich Jung, Experte des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW), so. Besonders im Weserbergland erwartet er große Probleme.

Aus den Ausführungen Jungs und den aktuellen Geburtenzahlen leitet die Niedernwöhrener Verwaltung Handlungsbedarf ab. Samtgemeindebürgermeister Fritz Anke verweist darauf, dass binnen drei Jahren kein Schulleiter für die Grundschule Niedernwöhren gefunden wurde, weil sich kein geeigneter Bewerber melde. Die derzeit kommissarisch amtierende Rektorin Elsa Banser will die Funktion im Juli niederlegen.

In 2014 hört auch Klaus Ehlerding in Lauenhagen auf, einen Nachfolger für die noch kleinere Schule zu finden, wird wohl noch schwieriger, so die Befürchtung. Auch Ehlerding hatte sich vor drei Jahren lange zurückgehalten, ehe er vom kommissarischen auf den offiziellen Schulleiterposten wechselte.

Anlass zur Diskussion um die Schulschließungen, die bis 2016 (Meerbeck) respektive 2018 (Lauenhagen) laut Entwurf vollzogen werden könnten, ist weniger der finanzielle Aspekt. Dass sich die Samtgemeinde damit nicht reich sparte, ist den Handelnden klar. Vielmehr geht es diesen um die Verbesserung der pädagogischen Versorgung. Diese wäre an einer zentral gelegenen Mittelschule in Niedernwöhren besser, meinen außer Anke auch Ordnungsamtsleiter Klaus-Dieter Wilkening und der Schulausschussvorsitzende Klaus Seehausen.

Beispielsweise wäre eine Ganztagsbetreuung zu realisieren. Auch Einzelförderung sowie Musik- und Sportprojekte seien in einem großen Kollegium auf mehrere Schultern verteilbar. An einer Zwergschule mit nur einer Handvoll Lehrern wäre nur der reguläre Unterricht möglich. Mehr noch: Jede Abwesenheit von Pädagogen führte unweigerlich zu Stundenausfall.

Die Verantwortlichen wissen, dass sie sich Gegenwehr aussetzen. Doch sie sehen dies sachlich. „Wir könnten alles rosarot malen, aber so sind wir nicht gestrickt. Als Politiker sind wir in der Pflicht, den Menschen den Spiegel vorzuhalten“, sagt Seehausen. Die Entscheidung hänge letztlich vom Samtgemeinderat ab. Dieser trifft sich Ende Juni das nächste Mal. In dem Gremium haben auch zahlreiche Politiker aus Meerbeck und Lauenhagen einen Sitz.



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