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Großbrände: Feuerwehr braucht für 35 000 Euro neue Ausrüstung

"Materialschlachten" strapazieren

Bückeburg (bus). Stadtbrandmeister Dirk Hahne hat während der Sitzung des Feuerschutzausschusses eine Bilanz seines ersten Amtsjahres gezogen. Dabei lenkt en insbesondere die Schilderungen der Großbrände im Berenbuscher Holzkontor "Interseroh" im August und beim Wurstfabrikant "Bauerngut" (September) die Aufmerksamkeit der Ausschussmitglieder auf sich. "Bei Bauerngut hätte es zu einem ähnlichen Schadensverlauf kommen können wie beim Busunglück auf der Autobahn, das 20 Menschenleben forderte", sagte Hahne. Allerdings: "Mit einem viel größeren Ausmaß."

veröffentlicht am 15.11.2008 um 00:00 Uhr

Dirk Hahne

Als im September 70 Kameraden im Innenangriff des Bauerngut-Gebäudes agierten, habe ein Abbrennen des gesamten Komplexes nur mit viel Glück verhindert werden können. Es sei vor allen Dingen darum gegangen, die Lage mit gezielten Be- und Entlüftungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Die Situation habe sich speziell deswegen als äußerst diffizil erwiesen, weil ein richtiges Feuer mit herkömmlichem Flammenbild nicht zu erkennen gewesen sei. Hahne: "Wir haben nur 1000 Liter Löschwasser verbraucht." In Berenbusch präsentierte sich den Blauröcken ein völlig anderes Lagebild. Hahne: "Wir standen vor den Alternativen, dass Feuer mehrere Tage kontrolliert abbrennen zu lassen oder es unter Einsatz beträchtlicher Mengen Schaummittel unmittelbar zu bekämpfen." Mit dem Schaummittelangriff hätten zwar Schäden für die Umwelt in Kauf genommen werden müssen, bei der anderen Variante aber Gesundheitsgefährdungen der Bevölkerung. "Für uns war es keine Frage, dem Schutz der Menschen Vorrang einzuräumen", stellte der Stadtbrandmeister unmissverständlich fest. Hahne erläuterte dem Ausschuss ausführlich die Bedarfslage der Feuerwehr. Die zurückliegenden Großbrände, zu denen er auch das Schadensfeuer an der Pulverstraße im Oktober zählte, hätten "wirkliche Materialschlachten" dargestellt, die überplanmäßige Ausgaben von etwa 35 000 Euro nach sich zögen. Zuvörderst müssten Schutzausrüstungen komplettiert oder erneuert werden. "Es braucht 1000 Euro, um einen Frontangriffsmann ordentlich auszurüsten - plus 1000 Euro für das Atemschutzgerät." Schäden an der Ausrüstung, speziell an der Kleidung, erschließen sich oft nur Fachleuten. Ein sauberer und gepflegter Eindruck kann über das defekte "Innenleben" hinwegtäuschen. Schutzkleidung verfügt zumeist über eine äußere Hülle, eine Feuchtigkeitssperre, ein thermisches Futter und eine innere Gewebeschicht. Die Feuchtigkeitssperre wird von einer Mem branschicht gebildet, die zwar wasserdampfdurchlässig, für flüssige Feuchtigkeit jedoch undurchlässig ist. Eine beschädigte Membranschicht kann äußert unangenehme Folgen zeitigen. Hahne über mögliche Konsequenzen für einen Frontangriffsmann: "Wenn erst Wasser durch die Membran dringt und anschließend Hitze hinzukommt ist er in kürzester Zeit gar gekocht."



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