weather-image
Runder Tisch soll Strategie bis 2013 festlegen / Hoffen auf Zuschüsse aus "Leader"-Programm der EU

"Masterplan": Das Ziel heißt Topp-Kurort

Bad Eilsen (tw). Der Kurort will seine Zukunft mit Weitblick planen, dafür eine Strategie für den Zeitraum bis 2013 entwickeln - und für diesen "Masterplan" auch noch Zuschüsse der EU abgreifen. Diese Entscheidung traf der Rat unter Regie von Bürgermeister Horst Rinne (CDU) - einstimmig - bei seiner jüngsten Zusammenkunft m Haus des Gastes. Es geht um nichts weniger als die Frage, wie Bad Eilsens mit seinem derzeit noch "rudimentärem Tourismus-Angebot" zur Visitenkarte Schaumburgs, ja des Weserberglands gemacht werden kann ...

veröffentlicht am 27.02.2009 um 09:48 Uhr

Damit folgen die Politiker einer Anregung, die ihnen Heiko Wiebusch, Leiter der Hamelner Zweigstelle der "Planungs- und Ingenieurgesellschaft" (GfL) wärmstens ans Herz gelegt hat. Denn dem sind "nur" zwei Förderprojekte bei weitem zu wenig. Konkret: Der Kurort, so Planer Wiebusch, soll aus dem "Leader"-Programm der EU nicht nur Zuschüsse für den Hochwasserschutz und das "Kulturzentrum Bad Eilsen" beantragen, sondern auch die Förderung des Masterplan genannten Strategiepapiers auf seine Wunschliste setzen. "Offiziell", sagt Wiebusch, "können Sie mit dem Projekt zwar erst beginnen, wenn die Zuschüsse bewilligt sind - aber sie können schon jetzt Vorarbeiten leisten." Klartext: Der Verwaltungsausschuss (VA) wird Mitglieder auswählen, welche die Arbeitsgruppe bilden sollen, die den künftigen Masterplan entwickelt. "Dabei", regt Rinne an, "sollten wir auch Eilser Mitgliedsgemeinden wie Heeßen und Luhden mit ins Boot holen - und sei es nur mit beratender Stimme." Darüber hinaus ist aber auch jeder Bad Eilser aufgerufen,seinen Teil zu dem Puzzle "Bad Eilsen 2013" beizusteuern, dass die Arbeitsgruppe dann am Runden Tisch zu einem Ganzen zusammensetzen will. "Verantwortungs-Gemeinschaft" nennt das der Planer. Die Höhe des möglichen Zuschusses für den Masterplan ist von der EU nicht festgeschrieben. Im Vorfeld des Ratsvotums hatte Wiebusch, der seinen Vortrag mit Fotos des Ortes und Folien unterlegte, eine "Standortbestimmung" Bad Eilsens vorgenommen. War mit der Kamera durch den Kurort gezogen und hatte dessen Stärken und Schwächen dokumentiert. Herausgekommen ist eine "vorsichtige Kritik, bei aller Würdigung dessen, was hier in den vergangenen Jahren an Gutem auch und gerade im Kurpark passiert ist", wie es der Planer selbst ausdrückt. Die Schwächen des Bades: die sind - leider - noch immer weitgehend mit denjenigen identisch, welche schon die "Kurortanalyse 2003" aufgezeigt hatte. So gebe es noch immer Defizite im Ortsbild, bei Dienstleistungen, dem Service der Touristinfo, der Vermarktung der Eilsen-Angebote, dem Wegenetz und nicht zuletzt den Bademöglichkeiten. Was damals galt, gelte auch heute: Im Konzert der Bäder in der Region rangiere Bad Eilsen (ähnlich wie Neuhaus) nur im unteren Mittelfeld. In der Spitzengruppe liegt dagegen Bad Pyrmont, dicht gefolgt von Bad Nenndorf; danach kommt dann Bad Münder, das die Kurortanalyse immerhin noch im oberen Mittelfeld ansiedelt. Und danach wie gesagt - Bad Eilsen. Konkrete Beispiele für Missstände nannte Wiebusch nur wenige. Ins Auge fiel ihm aber, dass es etwa im Kurpark noch zahlreiche potenzielle "Baustellen" gibt und allen voran der Gebäudekomplex der früheren LVA noch immer leer steht. "Er ist die Visitenkarte des Ortes schlechthin. Eine sinnvolle Nachnutzung zu finden, ist zwingend nötig." Zwar seien hier, Stichwort "Kulturzentrum", EU-Fördermittel möglich, dies aber nur begrenzt. "Es wäre", bilanziert Wiebusch, "so oder so zu wenig. Sie brauchen Zusatz-Mittel." Doch auch, dass das Areal der früheren Schaumburg-Klinik noch immer ungenutzt ist, dass der Busbahnhof denkbar unattraktiv ist und nicht wenige Geschäfte dauerhaft geschlossen sind, entging dem aufmerksamen Blick des Hamelners nicht. Kommt hinzu: Auch die nur im Ansatz existierenden Kooperationen mit den Nachbar-Gemeinden müssten ausgebaut werden. "Kooperation", erinnert der Planer, "heißt nicht, dass man ab und an mal miteinander telefoniert." Zwar sei Bad Eilsen kein klassisches Tourismus-Bad, habe aber durch seine Kurkliniken ein großes Potenzial. Entscheidend sei, dass der Kurgast als "Normal"-Gast zur Wiederkehr bewegt werden kann.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt