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Auch bei der zweiten Auslegung hagelt es Bedenken seitens der Anwohner / Bauausschuss stimmt zu

Massiver Widerstand gegen Weinberg-Center

Bückeburg (rc). Die Umsiedlung von E-Center und Aldi (Innenstadt) auf den Weinberg stößt weiter auf heftigen Widerstand. Auch bei dem zweiten Auslegen zur Aufstellung des Bebauungsplans und der Änderung des Flächennutzungsplans haben die Anlieger massive Bedenken vorgetragen. Und: Ein Träger öffentlicher Belange, ein Gasversorger, der bisher keine Bedenken geäußert hatte, stört sich nun daran, dass über seine Gasleitung ein Lärmschutzwall gebaut werden soll. Die Folge: Es muss umgeplant werden, dieser Teilaspekt erneut öffentlich ausgelegt werden. Bereits seit 2002 wird geplant.

veröffentlicht am 12.05.2007 um 00:00 Uhr

Fast eine Stunde debattierte der Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabendüber die vorgebrachten Bedenken und Änderungswünsche. Schließlich und endlich einigte er sich einstimmig darauf, den Abwägungsvorschlägen der Verwaltung zum Planentwurf einschließlich des Umweltberichts zuzustimmen. Viele Fragen zu Grünflächenausgleich oder Entwässerung blieben allerdingsoffen, weil sie in der Bauleitplanung nicht geregelt werden können. Sie müssen im städtebaulichen Vertrag oder aber in der Baugenehmigung geregelt werden. Mit welch harten Bandagen gekämpft wird, wurde zu Beginn der Sitzung deutlich, als der von Edeka mit der Planentwicklung beauftragte Stadtplaner Askan Lauterbach auf seine Unabhängigkeit verwies. Er sei zwar von Edeka beauftragt, unterliege als Planer aber gewissen gesetzlichen Regeln, an die er sich zu halten habe. Entsprechende Anwürfe in einem anwaltlichen Schreiben seien inzwischen zurückgenommen worden, der Anwalt habe sich entschuldigt. Kernpunkt der Einwände aus der Nachbarschaft: Die Notwendigkeit der Umsiedlung beider Verbrauchermärkte wird generell in Zweifel gezogen. Hier liege eine grundsätzliche Entscheidung des Rates vor, so der Planer, außerdem lebe man in einer Marktwirtschaft, in der Unternehmen über ihre Geschäfte frei entscheidenkönnten. Auch Alternativstandorte seien überprüft worden. Weitere Kritikpunkte sind Schall, Lärm - sowohl Verkehrslärm als auch der, der vom Markt selbst ausgeht - die Versiegelung des Grundstücks, die Beleuchtung, der Wegfall von Grün sowie der Eingriff in die Landschaft. Zu den Schall- und Lärmgutachten: Der Planer verwies darauf, dass aus den beiden nicht ein Gutachten erstellt werden könne. Verkehrslärm sei ein anderer Lärm als der des Marktes; wissenschaftlich könne dies nicht in einem einzigen Gutachten zusammengerechnet werden. Alle Richtwerte würden aber eingehalten, wie auch die Behörden festgestellt hätten. Außer der Höhe der Lärmschutzwand (2,80 bis 3,50 Meter) werde etwa festgeschrieben, dass nur geräuscharme Einkaufswagen benutzt werden dürfen. Gesichtspunkte wie etwaige Öffnungszeiten rund um die Uhr könnten derzeit nicht eingearbeitet werden. Hier habe aber die Stadt "den Fuß in der Tür", diese zu beschränken. Sorgen der unterhalb wohnenden Anlieger, die bei starken Niederschlägen ein Volllaufen ihrer Keller befürchten, entkräftete der Planer damit, dass bei der Entwässerung des Geländes Auflagen seitens der Wasserbehörde zu erwarten seien. So müssten unter anderem Staukanäle gebaut werden, die das Wasser zurückhalten. Gegen die Einspülung möglicher Schadstoffe vom Parkplatz in Gräben und Regenwasserkanäle müssten mechanische Rückhaltungen eingebaut werden. Fazit des Planers: "Die Unterlieger sind nicht gefährdet."



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