weather-image
17°
Sperrzone: An der Kreuzbuche gilt am 17. Mai Aufenthaltsverbot

Massenbesäufnis und Prügeleien an Himmelfahrt? Keine Chance!

Nenndorf/Rodenberg/Barsinghausen (voe). Die Behörden greifen dieses Jahr an Himmelfahrt hart durch: Rund um die Kreuzbuche im Deister gilt ein ganztägiges Aufenthaltsverbot, um mögliche Krawalle und ein Massenbesäufnis bereits im Vorfeld zu verhindern. Mit der Einrichtung der Sperrzone reagieren die Behörden auf massive Ausschreitungen in den vergangenen Jahren. Einwände der Jungen Union in Barsinghausen blieben erfolglos.

veröffentlicht am 12.05.2007 um 00:00 Uhr

Gegen "Skandal im Sperrbezirk": Thomas Reuter (v.l; Jugendpflege

Die Kreuzbuche vorsorglich zu sperren, ist eine konzertierte Aktion der Polizei mit den Deisterkommunen Barsinghausen, Rodenberg und Bad Nenndorf sowie der Revierförsterei Lauenau und der Region Hannover. "Die rechtliche Grundlage für das Platzverbot ist das niedersächsische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung", erläuterte Barsinghausens Erster Stadtrat Peter Oelfke bei einer Pressekonferenz aller beteiligten Behörden. Zudem habe die Forstverwaltung als Eigentümer quasi ein Hausrecht - trotz der Öffentlichkeit der Wege. "Die Sperrzone an der Kreuzbuche gilt in einem Umkreis von 50 Metern", berichtete Oelfke. Insgesamt fünf Hauptwanderstrecken, darunter der Kammweg des Deisters, treffen im Sperrgebiet zusammen. "Damit friedliche Wanderer dennoch im Deister unterwegs sein können und informiert sind, stellen wir an den Waldeingängen und Parkplätzen gelbe Warnschilder auf", sagte Revierförster Ralph Weidner. Wanderer, die die Sperrzone an nur durchqueren wollen, haben das Recht dazu. Zur Durchsetzung der Sperrzone plant die Polizei offenbar ein massives Aufgebot an Beamten: Zur Taktik und Einsatzstärke will Axel Feldmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Barsinghäuser Polizei, keine Angaben machen. Im vergangenen Jahr waren 25 Beamte im Einsatz. Rund um die Kreuzbuche im Deister hatte es 2006 wie auf einem Schlachtfeld ausgesehen: Bis zu 500 Menschen,überwiegend Jugendliche, hätten an Himmelfahrt mit reichlich Alkohol gefeiert und dabei gigantische Müllberge hinterlassen, berichtete Weidner. "Die Leute haben die aufgestellten Müllcontainer einfach ignoriert und ihre Trinkflaschen offenbar mit sehr großem Spaß zerschlagen", ergänzte er. Die Verletzungsgefahr durch die Scherben sei immens gewesen. Auch etliche Vandalismusschäden habe es im vergangenen Jahr gegeben. "Auf dem Dach der Schutzhütte sind Betrunkene herumgeklettert", sagte der Förster, die chaotischen Zustände hätten zu erheblichen Problemen bei der Anfahrt von Rettungsfahrzeugen geführt. Angesichts der zahlreichen Schlägereien, die es unter den Betrunkenen gegeben habe, sei die rasche Versorgung von Verletzten in Gefahr gewesen, so Weidner. Ein 19-jähriger Mann musste im vergangenen Jahr sogar mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden, nachdem er torkelnd eine Böschung herunter gefallen war und sich verletzt hatte. Die Polizeiinspektion in Garbsen schätzt, dass im vergangenen Jahr allein an der Kreuzbuche ein volkwirtschaftlicher Schaden von rund 10 000 Euro entstanden ist - zu Lasten des Steuerzahlers.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare