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Westteil der Schaumburger Straße wird saniert / Stadt investiert 1,04 Millionen Euro / Landesmittel

Marode Brücke soll nicht zusammenbrechen

Evesen (rc). Bevor die Brücke über die Aue an der Schaumburger Straße in sich zusammenbricht, hat der Bau- und Umweltausschuss Nägel mit Köpfen gemacht. Einstimmig sprach er sich dafür aus, dass die Brücke neu gebaut und die Schaumburger Straße von der Einmündung der Straße "Hoher Weg", also von der Eisenbahnbrücke, bis zur Landesgrenze erneuert wird.

veröffentlicht am 06.09.2008 um 00:00 Uhr

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1,04 Millionen Euro soll das Projekt insgesamt kosten, 60 Prozent der Summe erhält die Stadt aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, also vom Land Niedersachsen. Die entsprechenden Anträge sind inzwischen genehmigt, wie Baubereichsleiter Karlheinz Soppe in der Sitzung am Donnerstagabend sagte. Gebaut werden soll in mehreren Abschnitten, 2009 zunächst die Brücke, in den darauffolgenden Jahren die Straße, voraussichtlich auch in zwei Abschnitten. Insgesamt drei Ausbauvarianten wurden dem Ausschuss vorgelegt: eine günstige Lösung für 890 000 Euro, eine teure für 1,09 Millionen Euro und die dritte, eine Mischung aus den ersten beiden Varianten. Mit dem Beschluss folgte der Ausschuss dem Votum des Ortsrates Evesen, der sich ebenfalls für Variante III entschieden hatte. Gegenüber dem Ausschuss wies Soppe eindringlich auf den maroden Zustand der Auebrücke direkt an der Landesgrenze hin. Sie darf seit geraumer Zeit nur noch von Fahrzeugen befahren werden, die nicht schwerer als 1,5 Tonnen sind. Eine erneute Überprüfung der Statik hat gezeigt, dass die Brücke inzwischen so marode ist, dass sie 2009 komplett gesperrt werden müsste. Sanieren lässt sich das gute Stück auch nicht mehr. Die neue Brücke mit einer Gesamtbreite von sechs Metern wird allein 300 000 Euro verschlingen. In dem Betrag ist allerdings auch der Bau einer Holzbrücke gleich daneben enthalten, über die künftig der Rad- und Fußgängerverkehr geführt wird. Die Schaumburger Straße befindet sich ebenfalls seit Jahren in einem maroden Zustand. Der Unterbau ist nicht tragfähig und frostsicher. Die Fahrbahndecke weist daher immer wieder Risse und Schlaglöcher auf. Da die Straße keine Gosse hat, werden die Randbereiche weggespült. Für den Begegnungsverkehr ist sie zu schmal, nur im Ortsbereich gibt es einen provisorischen Gehweg. Täglich bis zu 800 Autos befahren die Straße, die zudem von zahlreichen Radfahrern für ihre Ausflüge in die Bückeburger Niederung, zum Gevattersee oder in den Schaumburger Wald genutzt wird. Bisher müssen sich die Radfahrer die ohnehin beengte Fahrbahn mit den Autos teilen. Dem soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. In der Ortslage wird die Schaumburger Straße auf der Nordseite einen Gehweg erhalten. Am Ortsausgang Richtung Gevattersee soll eine Mittelinsel gebaut werden, um dem Verkehr zu verlangsamen. Bis dahin müssen die Radfahrer noch die Fahrbahn benutzen. Dasändert sich ab dem Ortsausgang bis hin zur Auebrücke. Auf der Südseite wird ein separater Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,75 Meter gebaut, der auf die Holzbrücke münden wird. Nach der Aue ist dann nordrhein-westfälisches Gebiet, und dort endet dann auch der Radweg. Über die Weiterführung des Radweges steht die Stadt Bückeburg inzwischen in Kontakt mit der Stadt Minden. Sie ist nicht abgeneigt, auf ihrem Gebiet für die Verlängerung des Radweges zu sorgen. Wenn das so kommt, gäbe es einen durchgängigen Radweg von Bückeburg nach Minden durch eine landschaftlich reizvolle Gegend. Im Ausschuss gab es wenig Diskussionenüber die Pläne. Ratsherr Wolfhard Müller (SPD) äußerte die Befürchtung, dass im Zuge des geplanten Baus des RegioPorts Verkehr aus diesem Hafengebiet über die dann gut ausgebaute Straße gen Bückeburg fährt. "Damit holen wir uns den Verkehr in die Ortschaft." Ratsherr Horst Schwarte, ebenfalls SPD und Eveser Ortsbürgermeister, sagte dagegen, dass "uns der RegioPort nicht berührt". Der Verkehr müsse mit "verkehrstechnischen Maßnahmen" aus dem Ort herausgehalten werden. Proteste gab es auch gegen die geplante Querungshilfe am Ortseingang. "Wir sollten grundsätzlich die Fahrbahn verengen, statt Querungshilfen zu bauen", regte Ratsherr Albert Brüggemann an: "Das ist auch günstiger."

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