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Kreisausschuss empfiehlt Förderschulkonzept

Marienschule trotz Protesten vor dem Aus

Bückeburg/Stadthagen (kk). "Sparen auf Kosten unserer Kinder? Nein danke!" und "Marienschule muss bleiben!" war auf Schildern und Transparenten zu lesen, die besorgte Eltern gestern Nachmittag vor dem Kreishaus schwenkten. Sie waren an die Mitglieder des Kreisausschusses gerichtet, derüber das neue Förderschulkonzept und damit über die Schließung der Marienschule beriet. In diesem Punkt war das Engagement vergebens: Das Gremium ist dafür, das neue Konzept umzusetzen. Dazu gehört die Auflösung der Marienschule. Kinder des Förderschwerpunktes Lernen sollen nach den Sommerferien in Obernkirchen betreut werden, sprachbehinderte Kinder an der Grundschule am Harrl in Bückeburg. Das letzte Wort in dieser Sache hat nun noch der Kreistag.

veröffentlicht am 31.01.2007 um 00:00 Uhr

Besorgte Eltern protestierten gestern vor dem Kreishaus gegen di

Der Einsatz der Eltern war jedoch nicht ganz umsonst: Vor der Sitzung informierten sie Schuldezernentin Eva Burdorf und Schulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne aus erster Handüber die Planungen von Keis und Landesschulamt und gingen auf ihre Bedenken ein. Begrüßt wurde das Angebot Burdorfs, gemeinsam an der praktischen Umsetzung des Konzeptes zu arbeiten. So soll an der Albert-Schweitzer-Schule in Obernkirchen mit den Eltern vor Ort geprüft werden, wie sich die Kinder am besten (auch räumlich) in die Schule integrieren lassen. Den Eltern soll so Angst genommen werden, die "Kleinen" würden an der neuen Schule "untergehen". Für eine Förderschule sei es völlig normal, dass alle Jahrgänge in einer Schule beschult würden, so Burdorf. Zuvor hatte sie die Gründe für den Umzug dargelegt. Durch die neue Grundförderung von Kindern mit Lernstörungen an "normalen" Grundschulen würde der Bedarf an reinen Förderschulklassen geringer. Um auch in Zukunft genügend Kinder zusammenzuführen, um sie jahrgangsweise (und nicht übergreifend) unterrichten zu können, sollen diese in Obernkirchen konzentriert werden. Den Eltern der Sprachförderklassen bot die Dezernentin ebenfalls Gespräche zur praktischen Umsetzung an. Ihnen sicherte sie zu, dass die vertrauten Lehrerinnen mit in die Ulmenallee umziehen würden und dass auch dort genügend Platz zur Verfügung stehen werde. Gemeinsam mit den Eltern will sich Frau Burdorf dem Landesschulamt gegenüber dafür einsetzen, dass die logopädische Einzelbetreuung in Zukunft wieder sicher bestellt wird. Um die Zukunft der Kinder im Lernhilfebereich sorgte sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung Christian Seidel, der als Elternvertreter auch an der Gesamtkonferenz der Schule teilnimmt. "Das Umfeld für die Kleinen aus Bückeburg wird in Obernkirchen sicherlich schwieriger," so Seidel. In der vergleichsweise kleinen Marienschule hätten sich die Grundschüler immer wohl und behütet gefühlt, so der Vater. Seidel relativert die Vorwürfe anderer Eltern, sie seien in den Entscheidungsprozess nur unzureichend eingebunden gewesen. Er sei zum Beispiel (damals als "Neuling") im Oktober bei einer Informationsveranstaltung zur Zukunft der Förderschule dabei gewesen. Dort seien verschiedene Modelle vorgestellt worden, allerdings habe niemnd so deutlich gesagt, dass die Marienschule geschlossen werden müsse. Er und die stellvertretende Elternratsvorsitzende Susanne Menzel hätten damals schriftlich Stellung bezogen. Diese Aussagen seien in eine Stellungnahme der Schule zu den Umstrukturierungsplänen eingeflossen - wenn auch in abgemilderter Form. Er verweist auf Vertraulichkeit von Konferenzen - da dürfe nicht jedes Detail an andere Eltern oder die Öffentlichkeit gelangen.

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