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Sprachheilgruppen in Bückeburg erhalten / Integration in Grundschule am Harrl angeboten

Marienschule soll im Sommer aufgelöst werden

Bückeburg (kk). Die Marienschule am Oberstenhof soll mit Beginn des nächsten Schuljahres nach den Sommerferien aufgelöst werden. Dies hat zumindest der Schulausschuss des Kreistages Anfang Dezember empfohlen. Das letzte Wort hat am 30. Januar der Kreisausschuss, der in nicht öfentlicher Sitzung über das Schicksal der Bückeburger Förderschule entscheidet. In der Schule werden ungefähr 90 Kinder mit Lern- und Sprachstörungen in den Klassenstufen eins bis vier und im Sprachheil-Schulkindergarten betreut.

veröffentlicht am 26.01.2007 um 00:00 Uhr

Zumindest als Förderschule hat die Marienschule (wahrscheinlich)

Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die Kinder ab September auf andere Schulen verteilt werden. Bisher ist vorgesehen, die Kinder des Schwerpunktes Lernen in die Albert-Schweitzer-Schule in Obernkirchen zu integrieren. In dieser "Förderschule Lernen" werden zur Zeit die Klassen fünf bis neun betreut. Die Schülerinnen und Schüler der sechs Sprachheil-Lerngruppen und des Sprachheil-Schulkindergartens sollen in Bückeburg bleiben. Ihre Gruppen könnten in die Grundschule Am Harrl in der Ulmenallee integriert werden. Dieses Angebot wird die Stadt Bückeburg dem Landkreis als Schulträger der Förderschule für den Fall unterbreiten, dass die Marienschule tatsächlich aufgelöst wird. Der Schulausschuss des Stadtrates stimmte diesem Konzeptfür die Sprachförderung am Mittwochabend grundsätzlich zu. Bückeburg würde auf diese Weise "Kompetenzzentrum" für die Sprachförderung von Kindern im Landkreis bleiben. Förder-Angebote gibt es auch im Haus des Kindes. Hintergrund der Umstrukturierungspläne für die Marienschule ist ein Erlass des Kultusministeriums aus dem Jahr 2005. Danach sollen zunehmend Kinder mit dem Förderbedarf "Lernen" in den Regelschulen betreut und integriert werden. Folge: Es müssen nicht mehr so viele Förderschulklassen wie bisher in Spezialschulen vorgehalten werden. Für die Marienschule wird also mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet. In zunächst informellen Gesprächen zwischen Landkreis, Stadt Bückeburg, Grundschule am Harrl und Landesschulamt wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Sprachheilklassen in Bückeburg zu halten. Fachgebietsleiter Siegfried Demjanenko und Rektor Wolfgang Voss stellten dem Ausschuss Situation und Möglichkeiten der Grundschule am Harrl vor. Demjanenko: "Vorrangiges Ziel muss es sein, die Kinder weiter optimal zu betreuen." Dafür gebe es an der Ulmenallee genügend Räume für die neuen Fördergruppen, auch die Ausstattung der Schule lasse eine Integration zu. Der Schülertransport würde wie bisher vom Kreis geregelt - betreut werden in den Sprachgruppen Kinder aus dem gesamten Landkreis. Für die Schüler und für die Stadt Bückeburg ergebe sich keine Verschlechterung der Situation. Im Gegenteil: Die Integration der Kinder in den "normalen" Schulbetrieb werde sogar erleichtert. Denkbar seien zum Beispiel eine Nutzung der bestehenden Angebote der Grundschule wie Ganztagsbetreuung oder Arbeitsgemeinschaften. Der Landkreis trage weiterhin die Kosten für die Fördergruppen. Demjanenko: "Das ist also kein durchgemogeltes Sparschwein". Wolfgang Voss hat Hinweise darauf, dass die Lehrerinnen der Sprachgruppen zur Grundschule am Harrl wechseln würden. Der Schulleiter trat energisch dem möglichen Eindruck entgegen, seine Grundschule wolle unbedingt die Marienschule beerben. "Wir haben nicht an den Fundamenten der Marienschule gegraben!" Die Frage nach einer Integration der Förderklassen sei von außen an die Schule herangetragen worden - und nach reiflicher Prüfung positiv beurteilt worden. Schon in der Vergangenheit habe es eine "bewährte Kooperation" mit der Marienschule gegeben. Im Ausschuss gab es nur Diskussionsbedarf in Detailfragen. Der Vorsitzende Thorwald Hey fasste das Stimmungsbild so zusammen: "Eine gute Chance, den Förderbereich in Bückeburg zu behalten." So fiel die Zustimmung zum Konzept auch einstimmig aus. Wie konkret die Planungen seien, machte Hey daran fest, dass bereits über eine Nachnutzung des Gebäude spekuliert werde. Im Gespräch ist unter anderem eine Nutzung im Bereich der berufsbildenden Schule. Siehe auch Seite 15



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