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Marcus W. steht heute vor Gericht

Landkreis (wer). Marcus W., Kopf der Schaumburger Neonazi-Szene, steht heute in Stadthagen vor Gericht. Er muss sich wegen Volksverhetzung verantworten. Ein Schuldspruch könnte das Ende seiner Bewährungszeit bedeuten.

veröffentlicht am 08.03.2007 um 00:00 Uhr

Bückeburgs leitender Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer hat schnell ermittelt und innerhalb weniger Wochen Anklage erhoben. Erst vor genau einem Monat, am 8. Februar, hatte die Polizei W.'s Wohnung in Lindhorst durchsucht und einen PC sichergestellt. Der Vorwurf der Volksverhetzung bezieht sich auf einen Beitrag auf der Internetseite der "Nationalen Offensive Schaumburg", in dem Holocaust-Überlebende in nationalsozialistischer Terminologie mit "Volksschädlingen" assoziiert und als geldgierige "Mischpoke" diffamiert wurden. W. gilt als Verantwortlicher für den Internet-Auftritt der Schaumburger Rechtsradikalen und für die Staatsanwaltschaft damit als mutmaßlicher Täter. Nach der Durchsuchung verschwand die Seite im Netz, inzwischen ist sie unter neuer Adresse wieder online - ohne den Schmähartikel über die Holocaust-Überlebenden. Auch die Homepage der Nienburger Neonazis hatte den Bericht im Netz, auch hier haben Polizei und Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung ermittelt. Zwei Anzeigen sind bei der Polizei in dieser Sache eingegangen - zu einem Zeitpunkt, als die Ermittlungen schon liefen. Marcus W. steht nach einer früheren Haftstrafe derzeit unter Bewährung. Es könnte eng werden für den Kopf der Schaumburger Neonazis. Ohnehin wartet noch ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Minden auf ihn. Gerade organisiert W. den nächsten rechten Aufmarsch, der am 17. März in Minden stattfinden soll. Ein Schuldspruch könnte ihm auch hier in die Quere kommen. Auch für den "zweiten Mann" der heimischen Neonazi-Szene, W.'s Lindhorster WG-Kameraden Arwid S., wird die Luft dünner: Er steht am Montag in Stadthagen vor dem Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat Anklage wegen Sachbeschädigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung erhoben.



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