weather-image
11°

Thema "Kommunikation": Marlies Batz eröffnet Ausstellung in der Rathaus-Galerie

"Manchmal verschlüsselt sich das Gegenüber in Tarnungen..."

Rinteln (ur). Umrahmt von einem jungen Saxofon-Trio des Jugendblasorchesters wurde die Vernissage zur neuen Ausstellung in der Rathaus-Galerie am Dienstagabend zu einem recht beschwingten Ereignis. Bür- germeister Karl-Heinz Buchholz würdigte die Institution der Galerie selbst als ein Element der Bürgernähe, das obendrein dazu beitrage, den Beschäftigten und Besuchern immer wieder neue visuelle Anregungen zu geben.

veröffentlicht am 09.05.2008 um 00:00 Uhr

0000486307.jpg

Die Erläuterungen zu ihrer Ausstellung "Vis a Vis" hatte die Künstlerin diesmal selbst übernommen - an sich kein ungewöhnliches Verfahren, wenn man die Auffassung von Marlies Batz im Umgang mit ihren eigenen Werken kennt: "Wenn der Prozess des Machens abgeschlossen ist und ich ein Bild für fertig erachte, kann ich es mit der selben Distanz betrachten wie Exponate anderer Künstler." Der Titel "Vis a Vis" würde zwar grammatisch richtig mit Bindestrichen geschrieben, doch habe sie darauf bewusst verzichtet, "um zu betonen, dass im Gegenüber der hier gezeigten Bilder die verbindenden Elemente oft ebenso fehlen wie im Titel der Ausstellung". Der Begriff "Gegenüber" impliziere den Begriff "Kommunikation" als Verbindung, Zusammenhang: "Da Kommunikation mein durchgehendes Thema ist, taucht es auch in meinen Bildern immer wieder auf." So sind in den Exponaten immer wieder stilisierte Köpfe zu erkennen, die einander zugewandt sind - oft auch augenlos und sich dabei mitunter wieder von einander entfernend. Seit anderthalb Jahren ist Marlies Batz im eigenen Atelier tätig und kann mit Farben und Materialien experimentieren, ohne Rücksicht auf Fußboden und Wände nehmen zu müssen. Sie arbeitet überwiegend mit Acrylfarben und Farbpigmenten, verwendet Sand und Binder, tupft, malt und spachtelt auf Wellpappe und Leinwand. "Wir wissen es alle - das Offensichtliche ist nicht immer das, was gemeint ist, was wirklich dahinter steht. Manchmal verschlüsselt sich das Gegenüber in nicht immer beabsichtigten Tarnungen, die oft erst auf den zweiten Blick erkennbar werden. Vielleicht ist es aber auch alles ganz anders. Und vielleicht steht beispielsweise das Bild ,Stereo-Typen' nur für den eingefangenen Moment abstrahierter goldgelber Freude am Diskurs", wirft die Künstlerin in den Raum. Eine solche spekulative Unentschiedenheit drückt sich auch in dem mehrschichtigen Werk "Höhle auf der Ile de Batz" in Acryl und mit Pastellkreide auf Leinwand aus: Übrigens sieht die Künstlerin darin keineswegs das Bild ihres eigenen "Inselchens", sondern bezieht sich auf Assoziationen zu einem realen Eiland an der bretonischen Küste. Überraschend der Appell von Friedrich Schiller, mit dem die Künstlerin ihr Publikum in die Ausstellung mit elf recht großformatigen Arbeiten schickt: "Schick dein Herz zum Hirn, schick beide auf die Reise." In dieser Ausstellung kann man dem noch bis zum 31. Juli während der Öffnungszeiten des Rathauses folgen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt