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Informationen rund um das Thema der Händigkeit gibt es im Laden für linkshändige Kinder in Lindhorst

Manche Menschen machen alles mit links

Lindhorst (tbh). „Lafüliki“ – der „Laden für linkshändige Kinder“ an der Schöttlinger Straße in Lindhorst – ist vor allem aufgrund seines großen Angebotes und Internetauftritts zu einem der führenden Geschäfte für Linkshänder in Deutschland geworden. Am Weltlinkshändertag (13. August) präsentierte Inhaberin Cerstin Bayer bei einem Tag der offenen Tür die Linkshänderprodukte und stand für Fragen rund um das Thema zur Verfügung.

veröffentlicht am 13.08.2012 um 19:45 Uhr
aktualisiert am 13.08.2012 um 21:30 Uhr

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Vor 15 Jahren hat die zertifizierte Linkshänder-Beraterin und umgeschulte Linkshänderin den Laden eröffnet. Stifte, Ordner, Suppenkellen, aber auch Spiele für Linkshänder sind dort zu finden.

Bayer kennt sich mit der Problematik der Linkshändigkeit aufgrund ihrer Ausbildung, aber auch aus eigener Erfahrung aus. Sie berät Linkshänder und vor allem auch Eltern linkshändiger Kinder über den Umgang mit Schreibwerkzeugen, richtige Förderung und in Sachen frühzeitiger Erkennung.

Die umgeschulte Linkshänderin lebt heute weitestgehend als Rechtshänderin. Manche Tätigkeiten wie beispielweise das Unkrautjäten, für die sie nicht umerzogen worden ist, mache sie aber immer noch mit links.

Auch Bärbel Däuble aus Mettmann bei Düsseldorf war an diesem Tag persönlich vorbeigekommen. Die ebenfalls umgeschulte 60-Jährige bestelle sonst vor allem über das Internetportal des Ladens. „Meine Mutter meinte es nur gut damals. Ich sollte es leichter haben, auf den Schiefertafeln in der Schule zu schreiben“, erzählte sie. Außerdem sei sich damals kaum einer über die Folgen der Umschulung bewusst gewesen.

„Wortfindungsstörungen, feinmotorische Auffälligkeiten, ein schlechtes Schriftbild sowie Schwierigkeiten bei der Zuordnung von rechts und links“ sind nach Angaben der Linkshänder-Beraterin die häufigsten Folgen der Umschulung. Eine Rückschulung sei jedoch genau wie die Umschulung ein massiver Eingriff in das Gehirn – „und damit auch in das Leben“, betonte Bayer. Nicht selten gehe das mit Verhaltens- und zum Teil sogar Charakteränderungen einher. Deswegen sei es bei Kindern auch besonders wichtig darauf zu achten, ob sie Links- oder Rechtshänder sind.

„Ich rate den Eltern immer, ihre Kinder bei spontanen Aktionen, also zum Beispiel beim Spielen mit Bauklötzen, zu beobachten“, erklärte sie. In diesen Situationen sei leicht festzustellen, ob jemand Links- oder Rechtshänder ist. Linkshänder würden beim Bauen mit Bauklötzen die rechte Hand zum Halten und die Linke als „Bauhand“ einsetzen.

Pünktlich zum Schulbeginn können Eltern sich auf der Internetseite www.lafueliki.de über Linkshändigkeit bei Kindern informieren und zum Thema beraten lassen.

Bilder auf sn-online.de

Bärbel Däuble (links) und Cerstin Bayer sind in der Kindheit zu Rechtshändern umgeschult worden.

Foto: tbh



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