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Arbeitgeber im Weserbergland halten nichts von staatlichen Eingriffen

Managergehälter zu hoch? Berlin will schärfere Regeln

Hameln/Berlin (TT/rtr). Der Arbeitgeberverband der Unternehmen im mittleren Wesergebiet (AdU) kritisiert die politische Einmischung beim Thema Managergehälter. Die Spitzen der Großen Koalition in Berlin haben sich auf Kernpunkte zur Begrenzung der Managergehälter verständigt. AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus sagt hierzu: „Ich halte davon nichts. Dass der Staat hier eingreift, ist zu kurz gesprungen.“

veröffentlicht am 05.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Bei der Einigung geht es im Kern um eine stärkere Orientierung der Vergütungen am langfristigen Unternehmenserfolg sowie eine stärkere Haftung von Aufsichtsrat und Vorständen. Geeinigt haben sich Union und SPD auf sechs Punkte, die im Sommer in Kraft treten sollen:

Manager sollen ihre Aktienoptionen erst nach vier und nicht mehr nach zwei Jahren ausüben können.

Entscheiden soll über die Vorstandsbezüge der Aufsichtsrat insgesamt und nicht mehr ein Ausschuss.

Der Aufsichtsrat wird verpflichtet, bei schlechter Firmenentwicklung die Managervergütung zu kürzen.

Ehemalige Mitglieder des Vorstandes können nach einem Einrücken in den Aufsichtsrat drei Jahre lang nicht in den wichtigen Kontroll- und Prüfungsausschuss gelangen.

Die Haftung von Aufsichtsräten wird verschärft.

Die Offenlegung der Vergütungen wird verbessert.

Ähnlich wie der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Industrie- und Handelskammertag argumentiert AdU-Geschäftsführer Mefus: „Managergehälter sind auch Ausdruck von Marktsituationen. Die Frage ist doch, was die Aktionäre oder Eigentümer bereit sind, für ihre Vorstände auszugeben.“ Mefus bezeichnete die Debatte um Managergehälter als Neiddiskussionen. Und: „Wenn man gute Leute haben will, muss man sich auch beim Gehalt am Weltmarkt orientieren.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert dagegen, die Managervergütungen nicht nur zu regeln, sondern zu senken. Volker Eggers, DGB-Sekretär in der Region Niedersachsen-Mitte, argumentiert dahingehend, dass es nicht der Zweck eines Unternehmens sei, „Aktionäre und Manager reich zu machen“. Die meisten Manager-Vergütungssysteme seien jedoch nach wie vor „genau darauf ausgerichtet“. Seite 2



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