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Neues Apelerner Funkenpaar trainiert für seinen ersten Auftritt / Fast ein Jahr lang harte Arbeit

"Man muss ein Mädchen auch anfassen können"

Apelern (nah). Die Anstrengung steht ihnen im Gesicht geschrieben. Aber nur in unbeobachteten Momenten. Wenn erst einmal die Scheinwerfer aufleuchten und Hunderte von Augenpaaren auch die kleinste Bewegung verfolgen - dann ist lächeln Pflicht. Auch wenn das Herz rast vor Anstrengung und Lampenfieber. In ein paar Tagen erleben Sina Gryzewski und Patrick Reinecke zum ersten Mal gemeinsam diese Situation. Sie sind das neue Funkenpaar beim Apelerner Karneval.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Griffe sitzen, Scheu voreinanderist kein Thema: Apelerns neu

Fast ein Jahr lang haben die beiden hart trainiert. Sina bringt Erfahrungen mit, weil sie bereits mit anderen "Husaren" getanzt hat. Doch für Patrick ist die Rolle neu. Zwar gab es schon frühere Auftritte beim Jugendkarneval. "Das war in einer großen Gruppe", erläutert Trainerin Svenja Böhm, "da muss man sich auch zurechtfinden und aufeinander einstellen. Beim Paartanz aber geht das viel weiter." So haben es die beiden miteinander versucht. Nicht nur Alter und Größe mussten zueinander passen. Fitness und das Gefühl für Musik und Rhythmus waren ebenfalls unabdingbare Voraussetzungen. Dass bei mindestens zwei Trainingsterminen pro Woche noch viel mehr verlangt wird, hat der 20-Jährige bald entdecken müssen: Disziplin, Durchhaltevermögen - und gelegentlicher Muskelkater. Mit der Perfektion der Tanzschritte und dem Einstudieren erster artistischer Einlagen kam noch etwas hinzu: "Vertrauen und Zutrauen sind wichtig", beschreibt die Trainerin die Grundlagen für Schulterstand oder Hüftrad. Patrick sagt es trockener: "Man muss ein Mädchen auch anfassen können." Svenja Böhm lacht: "Das ist manchmal bei einem Fünkchenpaar ein Problem gewesen." Der kleine Tänzernachwuchs zeigt altersbedingt schon eher seine Scheu, wenn er nicht früh genug auf seine Rolle vorbereitet wird. Doch solche Sorgen hat die Jugendleiterin des Apelerner Karnevals stets in den Griff bekommen. Sie betreut "Funken" und "Fünkchen", das Rot-Weiß-Ballett und bei Bedarf auch noch die Showtanzgruppe "Touchdown". Die Voraussetzungen dafür hat sie durch einen Trainerschein beim Landesverband der Karnevalisten erworben - und als Übungsleiterin beim Sportbund. Denn vor den ersten Tanzschritten ist regelmäßig Aufwärm-und Ausdauertraining fällig. Sind Funkenmariechen und Husar dann zum ersten Mal aus der Puste, springt der CD-Player an. Bei ihrem Auftritt soll es ein Rock-Pop-Medley sein. Wochenlang haben Paar und Betreuerin an den Bewegungen zu Rhythmus und Melodie gefeilt. Genau zwei Minuten und 20 Sekunden spielt das Instrumentalstück: "Und das kann für das erste Mal schon ziemlich lang sein", sagt Böhm. Sie ist zuversichtlich, dass die 19-Jährige und ihr nur ein Jahr älterer Partner im wahrsten Wortsinn eine gute Figur machen: "Ich bin richtig stolz, dass wir nur noch an ein paar Feinheiten arbeiten müssen." Was sich so einfach anhört, schmälert die knappe Freizeit noch mehr: Bis zu den großen Prunksitzungen Ende Januar wird bis zu vier Mal in der Woche geübt. Da ist es kein Wunder, dass aus dem Zweckbündnis für den Bühnenauftritt das gegenseitige Vertrauen noch mehr gewachsen ist: Auch privat sind die beiden inzwischen eng befreundet. Diese "gleiche Wellenlänge" gibt der Trainerin zusätzlich ein "sehr sicheres Gefühl". Wenn nun noch das Interesse an der Artistik zur Narrenzeit für vier bis fünf Jahre anhalten könnte, hat sich der Aufwand gelohnt - und das örtliche Karnevalswesen keine personellen Sorgen hinsichtlich dieser wichtigen Zutat im Kreis der Akteure. Böhm aber weiß, dass private oder berufliche Entscheidungen sehr schnell das Ende bedeuten können. Patrick ist momentan Auszubildender bei den hannoverschen Stadtwerken; aber Sina sucht noch eine passende Stelle. Reiseverkehrskauffrau möchte sie gern werden - doch am liebsten in vertretbarer räumlicher Nähe zu Apelern.



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