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Im Herbst ist Zeckensaison - gefährlich auch für Tiere / Rezeptpflichtiges Mittel bietet Schutz

"Man kann den Hund ja imprägnieren!"

Landkreis (cok). Der "gemeine Holzbock", die Zecke, ist jetzt im Herbst noch einmal besonders hungrig auf eine Blutmahlzeit, denn das kräftezehrende Eierlegen ist angesagt: Von September bis Ende Oktober ist Zeckensaison. Was viele nicht wissen: Nicht nur die Menschen, auch ihre Hunde sind potenzielle Opfer der gefährlichen Infektionskrankheit Borreliose, die von Zecken übertragen wird.

veröffentlicht am 27.09.2006 um 00:00 Uhr

"Menschen können sich mit vernünftiger Kleidung und Zeckenabwehrmittel selber schützen", so die Auetaler Tierärztin Claudia Daum. "Die Hunde aber brauchen einen Beschützer, denn die Krankheit ist auch für sie wirklich ganz gemein." Neben Fieber, Apathie und einer eigenartigen Taumeligkeit bekommen infizierte Hunde häufig, wie infizierte Menschen auch, eine äußerst schmerzhafte Gelenkentzündung, unter der sie oft noch Jahre später leiden müssen. Linderung bringen dann nur noch starke Antibiotika und dazu Schmerzmittel. So spricht alles für vorbeugende Maßnahmen, und da kommt eine erstaunliche Tatsache zum Tragen: Hunde können nämlich, im Gegensatz zu Menschen und anderen Haustieren, gegen Borreliose geimpft werden, wie man vor einigen Jahren in den USA herausfand. Werden geimpfte Hunde von Zecken gebissen, dann gelangen die Erreger gar nicht erst in das Hundeblut, sondern werden direkt in der Zecke abgetötet, ein perfekter Schutz. Einen Wermutstropfen gibt es da allerdings: Die ideale Impfzeit liegt im Frühjahr, einige Wochen, bevor die erste Zeckenpaarungszeit des Jahres einsetzt. Bis der komplette Impfschutz hergestellt ist, vergehen mehrere Wochen und bis dahin kann das Unglück längst geschehen sein. "Macht nichts", sagt die Tierärztin. "Man kann seinen Hund ja ?imprägnieren'." Das funktioniert mit einem rezeptpflichtigen Mittel, welches zugleich auch die lästigen Hundeflöhe abhält. Es wird, alle vier Wochen neu, punktuell aufs Fell aufgetragen und verteilt sich dann wie ein Schutzschild in der Haut des Hundes. Zecken, die an einen so "imprägnierten" Hund geraten, suchen bei Berührung sofort entsetzt das Weite - und beißen sie dennoch zu, dann ist das ihr Tod. 48 Stunden dauert es, ehe die Borreliose-Erreger ihren Weg aus dem Zeckendarm in das Säugetierblut finden. Und so rät Claudia Daum allen Hundebesitzern, deren Tier nicht speziell geschützt wurde, nach jedem Spaziergang auf Zeckensuche zu gehen. Auch Pferde können an Borreliose erkranken und sollten nach jedem Ausritt sorgfältig untersucht werden. Katzen dagegen, die so gerne auf Mäusejagd durchs Gras streifen, ihnen können die Borreliose-Erreger nichts anhaben. Und die Mäuse, auch sie werden nicht krank, obwohl sie die Ursprungswirte der Borreliose-Erreger sind: Von ihnen holen sich die Zecken diese Parasiten. Können sich Menschen eigentlich an einem erkrankten Hund anstecken? "Nein!", sagt die Tierärztin. "Es sei denn, sie züchten Zecken im Haus, die erst den Hund und dann, wenn sie nach Monaten wieder eine Mahlzeit brauchen, die Familie beißen..." Hat ein Haustier eine Zecke, dann sollte man sie unbedingt entfernen, aufähnliche Weise wie beim Menschen: Mit einer Zeckenkarte (Apotheke), die das Tier aushebelt oder einer Zeckenzange, mit der man vorsichtig unter den Körper greift. Man wird finden, dass einige Hunde fast ganz verschont bleiben, während andere ungeheuer beliebte Zeckenopfer sind. Speziell denen sollte man ein Abwehrmittelchen wohl gönnen.

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