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Kanu-Clubs machen mobil gegen Wesersalz / Thüringer Verein ruft zu Protesten am 1. Mai auf

"Man kam vom Wasser und hatte weiße Arme"

Rinteln/Eisenach (crs). In einem Schreiben fordern die Wassersportfreunde aus Eisenach alle Kanuvereine an Werra und Weser auf, gegen die geplanten zusätzlichen Salzeinleitungen der "Kali + Salz AG" vorzugehen. Geplant sind insbesondere eine Plakataktion sowie eine Kundgebung mit Protestfahrt am 1. Mai. Der Rintelner Kanu-Club (RKC) begrüßt die Pläne - wie sich die Kanuten von der Weser am Aktionstag beteiligen, ist indes noch unklar.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

"Wir unterstützen dieses Vorhaben inhaltlich voll und ganz", sagt RKC-Chef Peter Specht. Gerade die älteren Wassersportler könnten sich noch gut an die Zeiten mit höherem Salzgehalt in der Weser erinnern: "Man kam vom Wasser und hatte weiße Arme - solche Zustände wollen wir nie wieder." Deswegen unterstützen die Rintelner Kanuten den Kampf gegen die Weserversalzung nach Kräften. Bereits im vergangenen Jahr hat der RKC auf Initiative des Deutschen Kanu-Verbandes dutzende Unterschriften gegen die "K+S"-Pläne gesammelt: "Wir hatten die Listen im Bootshaus hängen, die sind schnell voll geworden",berichtet Specht vom regen Interesse der Wassersportler: "Auch viele unserer Gäste haben sich hier eingetragen." In welcher Form sich der RKC an den für den 1. Mai geplanten Aktionen beteiligen wird, kann Specht jetzt noch nicht sagen. Bislang war für diesen doppelten Feiertag - 2008 fallen Christi Himmelfahrt und der Tag der Arbeit zusammen - eine Tour auf dem Rhein geplant. Im Februar macht sich der RKC an die Jahresplanung - gut möglich, dass umdisponiert wird. In seinem Aufruf auch an die Rintelner schreibt der Vorsitzende des "Kanu-Clubs Rennsteig", Gerhard Liebau: "Stellt an Eurem Bootshaus und möglichst an jeder Brücke von Phillipsthal bis zur Nordsee ein Transparent am 1. Mai auf: ,Das Kalisalz muss raus'. Je dichter das Netz von Transparenten an Werra und Weser ist, umso größer der Personenkreis, der über die Versalzung informiert wird." Die Kali + Salz AG belaste die Werra schon jetzt mit ihren Kaliabwässern und wolle dies noch verstärken - durch eine Pipeline vom hessischen Neuhof, um ihre Abwässer bei Phillipsthal in die Werra zu leiten. Der Kanu-Club Rennsteig "als erster betroffener Verein dieser Abwässer in der Werra" wolle einen Beitrag gegen die Salz-Einleitungen leisten. Der 1. Mai sei als Aktionstag gewählt worden, weil an diesem Feiertag traditionell viele Wassersportler auf den Flüssen unterwegs seien. In Gerstungen soll eine Kundgebung veranstaltet werden - mit anschließender Protestfahrt nach Eisenach. Unterstützt werde die Aktion von der Stadt Gerstungen, die wegen der unterirdischen Verpressung von Lauge um ihr Trinkwasser bange, der Stadt Eisenach und von den Naturschutzverbänden und Bürgerinitiativen sowie von den Grünen.

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