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Vortragüber das Pilgern: Jakobsweg-Wanderer zu Gast im Martin-Luther-Haus

"Man fühlt sich einbezogen in eine Jahrhunderte alte Gemeinschaft"

Bückeburg (mig). Auf die Frage, wo der Jakobsweg beginnt, erhält man in Spanien die Antwort: "El camino comienza en su casa" (Der Weg beginnt in Ihrem Haus). Diesen Sinnspruch haben Elisabeth und Falk Bloech wörtlich genommen.

veröffentlicht am 18.05.2007 um 00:00 Uhr

Das Ehepaar Elisabeth und Falk Bloech mit Pilgerstäben, Rucksack

Das Ehepaar bewältigte von Minden aus in mehreren Etappen die 3200 Kilometer lange Strecke bis ins nordspanische Santiago de Compostela. Im Rahmen eines Diavortrags im Martin-Luther-Haus berichteten sie jetzt vom "Weg der großen Sehnsucht". Pilgern ist wieder in: Spätestens seit Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" interessieren sich immer mehr Menschen für den langen Marsch. Nicht nur Wallfahrer, auch gestresste Großstadtmenschen entdecken die neue Langsamkeit und begeben sich als Sinn-Sucher auf den Jakobsweg. "Oft trifft man Menschen, die zur Besinnung kommen oder eine Entscheidung überdenken wollen", erzählt Elisabeth Bloech von ihren Begegnungen auf dem Weg. "Da gab es einen Verlagsmenschen, dessen Mutter dement war, und einen jungen Schauspieler, der nicht wusste, wie es mit ihm weitergeht." Die Idee, selbst zu den Pilgerstäben zu greifen, hatten die Bloechs beim Lesen von Coelhos "Der Jakobsweg". "Wir meditieren seit Jahren und hatten vorher etwas über einen russischen Pilger gelesen", ergänzt Falk Bloech im Gespräch. Nach einiger Vorbereitung ging es im Jahr 2001 los: 3200 Kilometer Strecke in drei Etappen lagen vor dem Ehepaar; drei Länder mussten durchquert werden. Beim Gehen meditierte das Ehepaar, unterhielt sich - und brachte es trotzdem auf bis zu 37 Kilometer am Tag. "Am schlimmsten sind die letzten Kilometer, ganz egal, wie viel man am Tag schon gelaufen ist", sagt Falk Bloech schmunzelnd. Um das richtige Tagesziel zu finden, hatten sich die beiden mit Pilgerführern und Karten ausgestattet - außerdem halfen Wegmarken anderer Pilger. Traditionell legen Vorausgehende an unklaren Wegstellen Zeichen aus, stapeln Steine oder schnitzen Gesichter in Sonnenblumen. Bloech: "Man fühlt sich einbezogen in eine jahrhundertealte Gemeinschaft." Um nach anstrengender Tagestour abends günstig in speziellen Herbergen übernachten zu dürfen, mussten die Fernreisenden in ihren Pilgerpässen fleißig Stempel sammeln. Dafür bekamen die Mindener neben einfachen, sauberen Zimmern einiges geboten. Elisabeth Bloech: "In einem Dorf hatte der Bürgermeister gesehen, dass wir in die Pilgerherberge gingen und kam dann mit einem großen Topf Suppe zu uns rüber."



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