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Bundesweite Aktion: Rollende Praxis zur Früherkennung von Brustkrebs steht bis Anfang Juni in Rinteln

"Mammomobil" will 240 Frauenleben retten

Rinteln (cok). Es hat schon vielen Passanten Rätsel aufgegeben, das riesengroße graue "Mammomobil" aus Hannover, das erst auf dem Kirchplatz stand und jetzt am Weseranger parkt. Nicht überall hat sich herumgesprochen, dass es sich dabei um eine rollende Praxis handelt, die im Rahmen einer bundesweit flächendeckenden Vorsorgeaktion Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren auf Brustkrebs hin untersucht.

veröffentlicht am 28.04.2007 um 00:00 Uhr

Zurzeit steht das "Mammomobil" am Weseranger, nach der Messe wie

Seit dem 1. März läuft das Mammographie-Screening im Raum Hannover und Schaumburg, insgesamt 166 157 Frauen werden zu dieser vom Bundestag einstimmig beschlossenen und von den Krankenkassen finanzierten freiwilligen Untersuchung schriftlich eingeladen. Damit die Schaumburger Frauen dafür nicht extra nach Hannover fahren müssen, kommt die Praxis eben zu ihnen. Und es spricht viel dafür, dass sie tatsächlich an der Untersuchung teilnehmen. Anders als in den gynäkologischen Arztpraxen kann die Praxis im Mammomobil mit verfeinerten Untersuchungsmethoden und speziell geschulten Ärzten einen Brustkrebs bereits dann erkennen, wenn er noch unertastbar klein ist. Die Heilungschancen im Fall eines Befundes werden dadurch erheblich vergrößert, schwerwiegende Operationen können vermieden werden. Die beteiligten Ärzte verfügen über große Erfahrung, müssen sie doch mindestens 5000 Brustbilder pro Jahr begutachten. Immer zwei Ärzte untersuchen unabhängig voneinander die entstandenen Röntgenbilder, im Zweifelsfall wird noch ein dritter Kollege hinzugezogen. "Eine höhere Qualitätsstufe kann man sich nicht vorstellen", betont Pressesprecher Jürgen Rathmann. "Die Standards für das Mammographie-Screening wurden europaweit vereinheitlicht, die eingesetzten Apparate werden täglich geprüft." Wenn ein Verdacht auf Brustkrebs besteht - bei etwa zwei Prozent deruntersuchten Frauen - folgen weitere Untersuchungen in extra dafür zertifizierten Brustzentren, so zum Beispiel in Stadthagen. Dort stellt sich bei etwa der Hälfte der Fälle heraus, dass tatsächlich eine bösartige Geschwulst vorhanden ist. Rathmann geht davon aus, dass bei einer Beteiligung von etwa 70 Prozent in Hannover und Schaumburg 240 Leben gerettet werden können. Eine Konkurrenz zu den gynäkologischen Praxen vor Ort könne nicht entstehen, im Gegenteil, die Zusammenarbeit laufe in den meisten Fällen sehr gut, die Frauen blieben ja auch weiterhin in der Obhut ihrer angestammten Praxen. "Außerdem erreichen wir auch viele Frauen, die seit 20 Jahren oder länger nicht mehr beim Arzt waren." Bis zum 8. Mai steht das Mammomobil wegen der Messe noch am Weseranger, danach kehrt es zum Kirchplatz zurück, um bis zum 8. Juni täglich etwa 50 Frauen einer Mammographie zu unterziehen. Die Wartezeiten sind kurz, die Untersuchung dauert etwa zehn Minuten, und nach einer Woche kommt die schriftliche Benachrichtigung über den Befund. Die Beschränkung des Screenings auf Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ist damit begründet, dass hier die Krankheit am häufigsten ausbricht. Wer in diesem Jahr 68 oder 69 Jahre alt ist, sollte die Chance zu dieser gebührenfreien Untersuchung nutzen - bereits bei der in zwei Jahren angesetzten Wiederholung fallen sie aus der Erfassung heraus. Das Mammomobil ist erreichbar unter (0170) 3351658. Am 12. Mai findet in Hannover eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema statt, 9.30 Uhr im Alten Rathaus.



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