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Nach Suthfeld wehrt sich auch Hohnhorst gegen den Abfall der Biogasanlagen-Zulieferer

Mais und Schredder auf Wegen - Wege kaputt

Hohnhorst (tes). Hohes Verkehrsaufkommen und "schubkarrenweise" Mais und Schreddergut auf den Straßen - das sind die Folgen des Zulieferverkehrs zur Biogasanlage. Betroffene Bürger in Kreuzriehe hatten ihrem Ärger Luft gemacht und sind mit ihrem Protest bei den Hohnhorster Nachbarn auf offene Ohren gestoßen. Gemeindeübergreifend soll jetzt nach einer Lösung gesucht werden.

veröffentlicht am 21.11.2007 um 00:00 Uhr

"Ich kann die Anwohner der Sölvienstraße in Kreuzriehe verstehen", hat Bürgermeister Otto Lattwesen das Thema in der Bauausschusssitzung aufgegriffen. Mehr noch: "Wir sind auch betroffen", verwies er auf "ein ähnliches Szenario" in Nordbruch. Die "Schlammschlacht" aus Mais habe der Bürgermeister mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen selber säubern müssen. "Die Auswirkungen des Zulieferverkehrs Richtung Biogasanlage gehen voll zu unseren Lasten", erklärte Lattwesen ein weiteres Problem auf Hohnhorster Gebiet: "Der Weg ist hin." CDU-Ratsherr Heinz-Konrad Rohrßen bestätigte: "Da ist schon jetzt alles kaputt gefahren. In zwei Jahren können die Transporter selber nicht mehr darauf fahren. Und wer bezahlt das dann?" Mit normalem landwirtschaftlichen Verkehr habe das nichts mehr zu tun, kritisierte die stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Koch, "Man kann nicht mitten im Feld einen Industriebetrieb eröffnen und wir als Gemeinde müssen alle Folgen tragen." Ohnehin wüssten die Fahrer selbst nicht, wo sie lang fahren sollen, hat Lattwesen erfahren und kritisierte, dass die Regelung völlig falsch angegangen worden sei. "Normal wäre eine Zuwegung an der Nenndorfer Kläranlage vorbei. Aber da war Bad Nenndorf dagegen", sagte der Bürgermeister. "Das Ganze ist eine Grauzone. Keiner ist bereit, sich da zu engagieren", stellte der Ausschussvorsitzende Rudolf Früke fest. Nur soviel sei klar: "Nenndorf bekommt die Steuern und wir haben die Lasten", so Koch. Da die Biogasanlage auch das Gymnasium und das Hallenbad beheizen soll, regte die FWH-Ratsfrau an, auch den Landkreis auf das Problem anzusprechen. Primärer Ansprechpartner sei allerdings die Betreibergesellschaft, betonte Lattwesen. Keinen Zweifel ließen die Hohnhorster Ratsleute, dass sie nicht tatenlos abwarten werden, sondern mit mehreren Gemeinden gemeinsam aktiv werden wollen. Eine Idee zur Finanzierung hat Lattwesen: Der Referent des Niedersächsischen Landwirtschaftsministers Hans-Heinrich Ehlen habe ihn auf eine Fördermöglichkeit für überörtliche Wege aufmerksam gemacht. Mit diesen Mitteln könnte eine andere Zuwegung jenseits von Wohngebieten ausgebaut werden. "Dann müssen die Transporte nicht mehr bei uns, in Kreuzriehe, oder im Nenndorfer Baugebiet rausfahren", sagte Lattwesen, der entsprechende Unterlagen vom Ministerium bereits an Nenndorfs Bauamtsleiter Bernhard Kampen übergeben habe. Zudem will FWH-Ratsherr Fred Koch in dieser Woche eine Stellungnahme der Betreibergesellschaft einholen. Bärbel Koch wird das Thema im Wirtschaftsausschuss der Samtgemeinde Nenndorf zur Sprache bringen.



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