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Zweite Runde des Erinnerungsprojektes der "Landschaft"

Mahnmal: Bürger fordern Mitsprache - einige empört

Stadthagen (han). Im Schaumburger Land soll an die Opfer des Nazi-Terrors erinnert werden. Um das Erinnerungsprojekt voranzutreiben, hat die "Schaumburger Landschaft" zum zweiten Mal zu eineröffentlichen Veranstaltung geladen. An der "Arbeitssitzung" beteiligten sich 250 Bürger in der randvoll besetzten Aula der Schule Am Schlosspark.

veröffentlicht am 30.11.2007 um 00:00 Uhr

Jürgen Johannesdotter (l.) und Klaus-Henning Lemme moderieren di

Ziel des Abends war es, bereits vorhandene Erinnerungsprojekte vorzustellen und gemeinsam Vorschläge zu erarbeiten, wie die beiden Moderatoren Klaus-Henning Lemme und Landesbischof Jürgen Johannesdotter betonten. Es referierten Günter Schlusche, Andreas Kraus, Rolf Keller, Rolf-Bernd de Groot und Jürgen Lingner (siehe Artikel links). Obwohl die Moderatoren den offenen Charakter des Diskussionsabends hervorhoben, beklagten sich einige Teilnehmerüber mangelndes Mitspracherecht. "Ich habe das Gefühl, dass die Diskussion abgewürgt werden soll", monierte ein Zuhörer die seiner Ansicht nach zu langen Vorträge. Auch die Berichterstattung in den Medien habe einiges vorweggenommen, was noch nicht entschieden sei. Ein Teilnehmer empörte sich über einen Radiobeitrag, der die Umgestaltung der Stadthäger Synagoge zum Erinnerungsort als beschlossene Sache dargestellt habe. Lemme klärte über die Vorgehensweise auf. Nach einer dritten öffentlichen Arbeitssitzung am Mittwoch, 23. Januar, 19 Uhr, in der Schule Am Schlosspark, werde die für das Erinnerungsprojekt zuständige Kommission ein Votum gegenüber dem Rat der Stadt Stadthagen abgeben. "Ich unterstelle der Kommission, dass sie in ihrem Votum Ihre Meinungen widerspiegeln", beteuerte der Moderator. Auf viel Beifall stieß der Vorschlag eines Diskussionsteilnehmers, die Ergebnisse der Sitzung auf der Internetseite der "Schaumburger Landschaft" zu veröffentlichen und die Bürgerschaft dazu aufzufordern, per E-Mail Vorschläge zu machen. "Eine wunderbare Idee", befand Sigmund Graf Adelmann, Geschäftsführer der "Landschaft", anschließend im Pressegespräch, "ich hoffe, dass sie umsetzbar ist." Mit Blick auf verwahrloste Kriegerdenkmale im Schaumburger Land gab ein Bürger zu bedenken, dass es wichtiger sei, bereits bestehende Gedenkstätten zu pflegen, anstatt weitere Mahnmale zu errichten.



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