weather-image
18°
Voller Kursaal beim Frühstückstreffen der Frauen / Antje Balters warnt vor dieser Entwicklung

Magersüchtige Models statt barocker Nymphen

Bad Eilsen (sig). Kein Zweifel: Es gibt genügend Frauen, vor denen man den Hut ziehen kann. Mit Sicherheit gehört Antje Balters aus der Nähe von Bremen dazu. Sie kam jetzt nach vielen Jahren zum zweiten Male als Referentin des regionalen "Frühstücks für Frauen" nach Bad Eilsen und unterhielt die Besucherinnen im vollen Kursaal auf amüsante, zugleich aber auch nachdenklich stimmende Art.

veröffentlicht am 30.04.2007 um 00:00 Uhr

Barbara von Abendroth (re.) dankt den Geschwistern Miriam, Kevin

Dieses Mal hatte sich die Gastreferentin den Schönheitswahn als Thema gewählt und dafür den Titel "Nur Engel dürfen dick sein" formuliert. Frauen in den barocken Formen, die einst der flämische Maler Peter Paul Rubens auf Leinwand festhielt, entsprächen heute nicht mehr dem Schönheitsideal. Das Pendel sei in die Gegenrichtung ausgeschlagen. Antje Balters machte deutlich, dass diese Entwicklung ganz bewusst herbeigeführt worden ist. Die bunten Boulevardblätter, die Plakate, die Kataloge der Mode- und Kosmetikfirmen und auch das Fernsehen gaukeln den Menschen vor, wie erstrebenswert es sei, superschlank zu sein. Models mit solchen Figuren machten Millionen, und manche merkten dabei gar nicht, dass die Grenze zur gesundheitlichen Gefährdung zuweilen bereits überschritten sei. Die Zahl der magersüchtigen Mädchen und Frauen habe zugenommen: "Aus welchen Gründen auch immer." Die Referentin plädierte für eine vernünftige Balance und weniger Fixierung auf Äußerlichkeiten. Die Frauen sollten sich dagegen wehren, durch bestimmte Industriezweige und Medien manipuliert zu werden. Die richtige Antwort darauf sei, sich selbst so anzunehmen, wie man eben sei. "Ich habe auch in schwierigen Situationen erfahren, dass Gott zu mir steht", versicherte Antje Balters. Außerdem gehe es im Leben ganz andere Werte als die Maße von Brust, Hüfte und Po. Das habe sie versucht, auch ihren Kindern zu vermitteln. In einem Nachgespräch am Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, im Westflügel des Obernkirchener Stiftes soll dieses Referat weiter vertieft werden. Im Rahmen des Frühstückstreffens, das von Barbara von Abendroth moderiert wurde, sprach die Prädikantin Ruth Everding über ihre Erinnerungen an die Zeit, als es in Bad Eilsen noch eine in der christlichen Jugendarbeit engagierte CVJM-Gruppe gab. Die Geschwister Kevin, Miriam und Simon Tielmann aus Vehlen begeisterten die Zuhörerinnen als junge Nachwuchspianisten. Sie gehören zur "Musikschule Schaumburger Märchensänger". Für das vorzügliche Frühstücksbüfett war wieder Küchenmeister Thomas Hose zuständig. Über die Referentin Antje Balters gibt es einiges Ungewöhnliche zu berichten. Zuerst zu nennen wäre da die Leistung, wie sie ein umfangreiches berufliches Engagement mit den familiären Anforderungen in Einklang bringen kann. Und Das schafft sie offensichtlich, ohne auf einem dieser Felder Schiffbruch zu erleiden. Nach zuvor drei Kindern, mit denen sie schon gut ausgelastet war, bekam sie noch einmal Zwillinge und setzte dennoch ihre berufliche Arbeit in einem erstaunlichen Umfang fort. Antje Balters arbeitete nach dem Studium als Redakteurin, Lektorin,Übersetzerin und schließlich auch noch als Schriftstellerin. Diese schreibenden Tätigkeiten hat sie später auch nach dem Übergang in die Selbständigkeit fortgesetzt. Und (so ganz nebenbei) ist sie seit zwei Jahrzehnten als Referentin bei den Frühstückstreffen der Frauen im Bundesgebiet unterwegs. Auf diese Weise hat sie immerhin 60 zusätzliche Termine im Jahr.

Antje Balters
  • Antje Balters


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare