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Hattendorfs aus aller Welt kommen zum Familientreffen auf den Stammhof in Cammer

Männer-Überschuss zwingt zum Auswandern

Cammer (mig). Auf ihrem Stammhof in Cammer haben rund 50 Verwandte der Familie Heinrich und Ulrike Hattendorf am Wochenende ein großes "Sippenfest" gefeiert. Neben Hattendorfs aus Bremervörde, Kulmbach, Alzey bei Mainz oder Elmshorn, war auch das Ehepaar Graupner aus Michigan, USA, nach Cammer gereist. Reverend Herbert Graupner und seine Frau Jeannie sind Nachfahren von Heinrich (Henry) Hattendorf, der 1890 nach Amerika auswanderte.

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

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Begonnen hat die Hattendorfsche Familiengeschichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Tod ihres ersten Mannes, heiratete Christine Luise Hattendorf (geborene Pape) 1855 nach Cammer ein. In der darauf folgenden Generation erbte ihr Sohn Friedrich Christian Hattendorf den Hof und zeugte mit Marie Hattendorf (geborene Meier) insgesamt zwölf Kinder (elf Jungen, ein Mädchen). Die Folge des "Männer-Überschusses": Ende des 19. Jahrhunderts mussten Heinrich, Anton und Christian Hattendorf in die USA emigrieren. "Die Auswanderung mit 14 Jahren war notgedrungen. Was hätten sie auch zu zwölft auf dem Hof machen sollen", erklärt Heinrich Hattendorf, meint aber auch: "Die Hattendorfs waren schon immer ein bisschen reiselustig." Stolz ist der Cammeruner Ortsrat darauf, dass der Hof bis zur jetzigen, vierten Generation immer in Familienbesitz geblieben ist. Auch Landwirtschaft wird noch im Nebenerwerb betrieben. "Wir schlachten sogar selbst", betont Ehefrau Ulrike Hattendorf. Sie hat zum erstmaligen Familien-Treffen extra hausgemachte Wurst und viel Butterkuchen bereitgestellt. "Alles Sachen, die früher gegessen wurden", sagt sie. Die angereiste Verwandtschaft hat sie sofort ins Herz geschlossen. "Sie haben sofort angepackt und mitgeholfen." Über die "Rückkehr" in das "zauberhafte Haus" freuten sich besonders Herbert und Jeannie Graupner. Das Ehepaar ist extra für das Fest aus den USA angereist und hatte jetzt erstmals Kontakt zu den Verwandten in Cammer. "Das ist einfach aufregend. Ich kann jetzt in dem Zimmer schlafen, in dem meinGroßvater geboren wurde", sagt der Reverend aus Muskegon und betont: "Wir haben hier viele wunderbare Menschen entdeckt." Ulrike Hattendorf: "Für unsere amerikanischen Verwandten ist es etwas ganz Besonderes, hier ihre Wurzeln zu entdecken. Die Amerikaner suchen alle nach ihrer Geschichte." Zu Ende geht der "Family-Trip" der Graupners erst in einer Woche. Bis dahin sollen Schloss Bückeburg, die Schaumburg, Hameln und das Auswanderermuseum in Bremerhaven besichtigt werden. Auch Silvia Theuer fasziniert das Thema Ahnenforschung. Theuer forschte im Internet und in Dokumenten zur Familiengeschichte und hat so eine erstaunliche Menge an Informationen zusammengebracht. Der von ihr zusammen getragene Stammbaum der "Groß-Familie" wurde auf mehreren Stelltafeln präsentiert, außerdem zu sehen war der Militärpass von Friedrich Christian Hattendorfs und viele alte Fotos; zusammengestellt von Friedrich Hattendorf. Beim einem zukünftigen Treffen wird dann wohl auch das aktuelle Familienfoto mit allen rund 50 Teilnehmern dort hängen. Friedrich Hattendorf: "Davon bekommt jeder einen Abzug auf einer DVD nach Hause geschickt."

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