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Die Entwicklung der Jugend im Sinn

„Männer, Jünglinge, greifet ernst das Werk an!“

Hameln (kv). „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (*1778) war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war auch mit der Zielsetzung entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens vor dem Untergang vorzubereiten. Den Hamelnern ging es damals gewiss ebenfalls nicht nur um den Sport und um das Feiern.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 15:41 Uhr

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Ufriwo, alias Udo Wolten, Wesionär und VfL-Chef, hat im VfL-Archiv gekramt und ist fündig geworden:

Großer Segen für geistige und sittliche Bildung

„Soll nicht auch Hameln eine Turnanstalt haben?“, so beginnt Senior Georg Ferdinand Schläger einen Aufruf in den von ihm herausgegebenen ›Hamelnschen Anzeigen‹ am 15. Juli 1849. Er setzt fort: „Wie wir schon seit Jahren den Wunsch ausgesprochen haben, daß man auch hier mögte eine Turn-Anstalt gründen, weil der Segen groß ist, den sie für die geistige und sittliche Bildung der Jugend bringt: so schmerzt es uns, daß wir bis auf diesen Augenblick hinter den vielen Städten, welche eine solche Schule errichteten, zurückbleiben. - Und doch ist die Sache nicht schwierig. Denn einen passenden Platz würde die Stadt gewiß bald ausfindig machen, den die Behörde für diesen Zweck unentgeltlich ohne Zweifel einräumt, wie dies in Hannover, Celle, Northeim, Hildesheim u.s.w. geschehen ist, und die Kosten der Einrichtung dürfte das wohlwollende Publikum gern erleichtern, von welchen den Rest der zusammengetretene Verein nach und nach abtragen könnte. Unter den jungen Männern giebt es gewiß schon Einige, welche den ersten Unterricht zu ertheilen im Stande sind. Das Turnerfest in Hannover hat uns auf’s Neue den Wunsch erweckt, daß auch Hameln einmal ein ähnliches Fest feiern mögte. - Also, Ihr jungen Männer und Jünglinge, greifet ernst das Werk an, und es wird ein uns fehlendes, zeitgemäßes Institut auch bei uns in‘s Leben treten! Dr. Schläger“.

Am 19. Juli 1849 ist es schließlich soweit, dass der Männer-Turnverein gegründet werden kann - im Gebäude der heutigen Löwen-Apotheke, Bäckerstraße 12 (damals Haus des Kaufmanns Maschmeyer). Als Vorsitzender des einstweiligen Vereinsvorstands fungiert der Student Eduard Schläger, Dr. Schlägers Sohn.

In einer Erklärung von 1850 über „Wollen und Ziele“ schreibt der Vorstand: „Der hiesige Verein hat sich nun dem erstgenannten deutschen Turnerbunde angeschlossen. Unser Verein steht also politischen Bestrebungen und Tendenzen gänzlich fern; er verfolgt lediglich den Zweck, durch turnerische Bestrebungen seine Mitglieder in ihrer körperlichen und geistigen Ausbildung zu fördern. … hoffen wir, daß alle Turner und Turnfreunde in hiesiger Stadt zur Förderung der gedachten Zwecke unsers Vereins sich demselben als ordentliches oder außerordentliches Mitglied anschließen werden.“

Das Feiern gehört schon in den frühen Jahren zum Bestand des Vereinslebens. Die Chronik des MTV weist ein großes Fest an drei Tagen im Juni 1861 aus. Am Wochenende 26.-28. Juni 1886 gibt es ein Turnfest, und natürlich wird das 50-jährige Bestehen vom 21. bis 23. Mai 1899 gebührend gefeiert.

Am 28. Dezember 1945 tritt der „Verein für Leibesübungen“ – bald mit dem Zusatz „von 1849“– in die Fußstapfen des MTV (und des Turnerbunds von 1900)“.

Werden Sie Wesionär und fördern Sie Ihren Verein! Ich helfe Ihnen dabei: Kalle Vogt, Telefon (05151) 200-437, k.vogt@dewezet.de, oder bei:

Ganz in

Weiß für die „geistige

und sittliche Bildung der

Jugend“.

Männer der ersten Stunde. Foto: VfL Hameln

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