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Handwerksbetrieb klagtüber Lehrstellen-Kandidaten / Praktikumspraxis ändern / MdL Pörtner zu Gast

Mängel in den Abteilungen Disziplin und Pünktlichkeit

Bückeburg (bus). Friedel Pörtner hat die Situation der Ausbildungsknappheit zum Anlass genommen, sich in einem "normalen" Handwerksbetrieb über die Sachlage und die daraus resultierenden Probleme schlau zu machen. Der Besuch führte den in Begleitung der Bückeburger CDU-Spitze (Thorwald Hey und Christopher Wuttke) reisenden Landtagsabgeordneten an die Lange Straße 22a, wo die seit vier Jahren zu gleichen Teilen von Marco Sudmeier und Jörg Mellinghausen geführte "Schmöe Installations GmbH" residiert.

veröffentlicht am 25.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Inhaber der Firma Schmöe, Marco Sudmeier (v.l.) und Jörg Mel

Pörtner stellte heraus, dass das auf Heizung, Sanitär und Elektro spezialisierte Unternehmen mit einer Lehrlingsquote von 33 Prozent - sechs von insgesamt 18 Beschäftigten sind Azubis - "beispielhaft" agiere. "Hier ist das Maximum erreicht", lobte der Abgeordnete, der als wesentlichen Teil des Erfolgsgeheimnisses das "sehr gute Betriebsklima" ausmachte. Sudmeier und Mellinghausen eröffneten den Gästen mit Beispielen aus der Praxis Einblicke in einige Unzulänglichkeiten der gegenwärtig unterschiedlich diskutierten Ausbildungsmisere. Als markantes Beispiel nannten sie die Bückeburger Job-Börse, in deren Verlauf lediglich drei von etwa 1000 Schülern ein ernst zu nehmendes Interesse an vertiefenden Gesprächen gezeigt hätten. Pörtner zu diesem Aspekt: "Eine wenig erfreuliche Botschaft, die nicht zu den Nachrichten passt, dass viele junge Menschen noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind." "Wir würden uns generell über mehr Bewerbungen freuen", unterstrichen die Inhaber. Was die Möglichkeit einer größeren Auswahlmöglichkeit mit sich brächte. Denn: "Die schulischen Qualitäten der Kandidaten und deren Umgangsformen stimmen häufig mit unseren Vorstellungen nicht überein." Zudem beklagten die Meister Mängel in den Abteilungen Disziplin, Pünktlichkeit und Sauberkeit. Selbstständiges und vorausschauendes Denken gehörten ebenfalls vielfach nicht zu den Grundausstattungen der Bewerber. Gastgeber und Besucher waren einer Meinung, dass eine Änderung der von den Schulen derzeit angewandten Praktikumspraxis von Vorteil sein könnte. Sudmeier und Mellinghausen: "Lieber drei Praktikanten jeweils eine Woche lang als einen Praktikanten für drei Wochen." Eine Woche würde allemal reichen, um die Anforderungen des Berufs zu erschnuppern. Pörtner wollte einen Appell an die zuständigen Politiker eingebunden wissen, den Kanon der Grundschulausbildung mehr als bisher auf die gewerbliche und handwerkliche Welt auszurichten.

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