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Stromkonzern verhandeltüber vorzeitigen Rückzug / 190 Mitarbeiter wären betroffen

Macht e.on Westfalen Weser in Hameln dicht?

Hameln/Paderborn (TT). Der Stromkonzern e.on denkt darüber nach, den alten Wesertal-Standort Hameln aufzugeben. Davon betroffen wären rund 190 Mitarbeiter von e.on Westfalen Weser im "Kompetenzzentrum Technik" und im Regionalcenter Hameln. Unberührt davon bliebe der Unternehmensbereich Entsorgung und die 85 Mitarbeiter von Enertec.

veröffentlicht am 27.10.2007 um 00:00 Uhr

Wie Unternehmenssprecher Meinolf Päsch gestern auf Anfrage bestätigte, "werden derzeit Gespräche geführt, welche Möglichkeiten es gibt, e.on Westfalen Weser zu verschlanken". Ziel sei es, "effizienter zu werden". Der Versorger e.on Westfalen Weser unterhält derzeit die drei Standorte Paderborn, Hameln und Herford. Für Hamelngilt eine vertraglich festgelegte Standortgarantie bis zum 31. Dezember 2009. Aber e.on möchte sich offenbar früher zurückziehen. Päsch sagte: "Die Gespräche sollen klären, ob es einen Spielraum gibt, auch vorzeitig eine Veränderung herbeizuführen." So könnte der Rückzug aus Hameln schrittweise schon 2008 eingeleitet werden. Im Rahmen des Projektes "regi.on" arbeitet e.on Energie derzeit gemeinsam mit ihren sieben regionalen Schwesterunternehmen an einer "noch wettbewerbsfähigeren und effizienteren Regionalstruktur", wie es offiziell heißt. Über verschiedene Denkmodelle führt e.on Gespräche mit seinen kommunalen Aktionären und Arbeitnehmervertretungen. Päsch: "Die jetzige Struktur steht auf dem Prüfstand." Es könne sein, dass von den drei Standorten "einer,anderthalb oder zwei zugemacht werden". Zu Einzelheiten der Verhandlungen mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont erklärte Päsch lediglich: "Kein Kommentar. Entschieden ist noch nichts." Mit einem Rückzug aus Hameln ginge eine fast 100 Jahre alte Geschichte zu Ende. Die Landkreise Hameln, Grafschaft Schaumburg und Holzminden hatten im Juni 1912 das "Electricitätswerk Wesertal" gegründet. Investor war die Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft (AEG) in Berlin. 1920 stieg Wesertal in die Gasversorgung ein. Es folgten verschiedene Firmengründungen: 1925 die Kraft-Verkehrsgesellschaft Hameln (KVG), 1952 die Ferndampfversorgung Hameln, 1974 die Müllverbrennung Hameln. Im Jahr 2000 wurde Wesertal durch die finnische Fortum-Gruppe übernommen. Die Enertec Hameln GmbH entstand neu als Zusammenschluss aus dem Heizkraftwerk Afferde, der Müllverbrennung Hameln GmbH und der Fernwärmeversorgung GmbH. Die Fortum-Gruppe veräußerte ihre Beteiligung an Wesertal 2002 an die e.on Energie AG.

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