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Internetbekanntschaften werden real und hörbar / Frizz Feick trifft Hellmut Hattler trifft Fürst Alexander

Lust aufs Coprodukt: "Ja, wie geil ist das denn?"

Bückeburg. Vorbei die Zeiten, da man Leute im Kino kennen lernte, im Konzert oder in der Kneipe. Heute machen zunehmend mehr Zeitgenossen auf sich und ihr Tun im Internet aufmerksam, lernen so andere kennen. Gleichgesinnte zum Beispiel. Davon kann Frizz Feick - der heimischen Zuhörerschaft wohlbekannter Liedermacher aus Ahnsen - jetzt ein ganz besonderes Lied singen. Dieser Tage arbeitet der Künstler gerade an seinem neuen Album, das noch im Herbst erscheinen soll. Eine Menge Mitwirkende hat Feick via Internet kennen gelernt. Montagabend war wieder einer dieser virtuellen Freunde im Schaumburger Land, einer der bekanntesten Bassisten in deutschen Jazz-, Rock- und Popgefilden: Hellmut Hattler.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:06 Uhr

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Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite

Ort der ersten Begegnung - noch virtuell - war "Myspace", eine ursprünglich für Musiker gegründete Internetplattform. Feick "kannte" Hattler nur zu gut, schließlich war dieser mit seiner Band "Kraan" immer mal wieder zu Gast in der Region: Mitte der 1970er Jahre in der Freilichtbühne Porta, eine Dekade später in einer Mindener Diskothek, dann in der Hamelner Sumpfblume. Diesen musikalischen Helden seiner Jugend fragte Feick im Sinne des Bestimmens des eigenen Standortes, was der eigentlich von seinen auch im Internet zu hörenden Produkten halte. Hattler war angetan. Was den Ahnser gleich zur nächsten Frage brachte: "Willst Du nicht bei einem Song meiner neuen CD den Bass spielen?" Die Antwort kam prompt: "Mutig, mutig!" Feick traute sich kaum weiterzulesen, tat's trotzdem und war baff: Hattler war einverstanden, die Basslegende aus Ulm hatte Lust aufs Coprodukt. "Eigentlich versuche ich fast schon militant, meinen Ruf als Nicht-Studiomusiker aufrecht zu erhalten", stellt der bei Ulm wohnende Musiker zunächst einmal klar. Und erläutert die höchst seltene Ausnahme von der Regel: "Da muss jemand schon sehr genau wissen, was er musikalisch will. Wie Frizz." Derart geadelt, machte sich Frizz Feick daran, die Idee vom Projekt wahr werden zu lassen. Beide Musiker einigten sich - Song für Song wanderte durchs Netz - auf das Lied der Wahl. Als Quartiermeister für den berühmten Bassisten hatte der Ahnser Liedermacher einem im Sinn, von dem er wusste, dass dieser selbst nicht nur seit Jahrzehnten Bewunderer Hattlerscher Bassqualität und selbst Musiker war, sondern zudem seit langem per E-Mail in Kontakt zu diesem stand: Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. Dem verschlug es, als Feick seine Bitte vortrug, fast die Sprache: "Ja, wie geil ist das denn?" Szenenwechsel: Am vergangenen Montag sind sich die drei im Bückeburger Schloss erstmals "wirklich" begegnet. Die Aufnahme des Songs "Laura Mental" für Feicks neues Album "Blaupause" sollte im Musikzimmer des Fürsten stattfinden. Tontechniker Oliver Hartmann hatte dort die erforderliche Technik schnell hergerichtet. Ein bisschen warmspielen, und schon ging's los. Langes Proben entfiel, dank Internet-Datenaustausch waren alle Beteiligten mit dem Material bestens vertraut. Kaum eine halbe Stunde später war die Aufnahmesession bereits beendet. Für Frizz Feick war diese musikalische Begegnung "eine Riesengeschichte", für Hellmut Hattler Ausdruck der "Wertschätzung für das, was Frizz macht." Und ein Spaß, der virtuell begann und real wurde war's allemal. Übrigens nicht nur für Feick, Hattler und Hartmann. Während die Recordingsession lief, hatte Fürst Alexander sich dezent zurückgezogen, sein Musikzimmer den agierenden Musikern überlassen. Kaum war das Aufnahmeprozedere beendet, vergrößerten fünf nicht nur, aber auch virtuelle Freunde des Schlossherrn die Runde, und gemeinsam ging's in die "Falle", wo der Abend plaudernd zur Nacht und diese zum Morgen wurde. Bezugsquelle: Das neue Frizz-Feick-Album "Blaupause" erscheint im Spätherbst dieses Jahres. Weitere Informationen nach Erscheinen unter www.frizzfeick.de

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (M.) hört sich den Song an,
  • Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (M.) hört sich den Song an, den Frizz Feick und Hellmut Hattler soeben aufgenommen haben.
Aufnahmesession im Schloss: Oliver Hartmann (Tontechniker), Alex
  • Aufnahmesession im Schloss: Oliver Hartmann (Tontechniker), Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (Gastgeber), Hellmut Hattler (Bass), Frizz Feick (Gesang, Gitarre) und Peter Burrack (Zaungast) lassen Virtuelles wahr werden. Fotos: thm
Handyfoto fürs Album: Frizz Feick und Hellmut Hattler bannen den
  • Handyfoto fürs Album: Frizz Feick und Hellmut Hattler bannen den besonderen Augenblick auf den Mikrochip. Kurz zuvor hatte Hattler, einer der bekanntesten deutschen Bassisten, mit seinem unverwechselbaren Bassspiel dem neuen Feick-Album, eine besondere Note verliehen.

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