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Erna Nolting ist eine Schwester des Ex-Stadtmajors Fritz Spieß / Noch mit 95 lebte sie allein und versorgte sich selbst

Luhdensälteste Einwohnerin feiert 100. Geburtstag

Luhden (sig). Mit aufgeweckten Augen schaut sie in die Runde, festlich gekleidet in die Bückeburger Tracht. Sie war sich wohl der Tatsache bewusst, dass sie an diesem Tag den Mittelpunkt einer großen Kaffeetafel im Seniorenheim "Haus Frija" bildete. Die Rede ist von Erna Nolting, die ihr hundertstes Lebensjahr vollendete. Sie ließ durchblicken, dass sie, was das Alter angeht, durchaus in den Spuren von Johannes Heesters wandeln möchte.

veröffentlicht am 08.02.2008 um 00:00 Uhr

Die Jubilarin (M.) mit ihren beiden Kindern Lore Wehking und Hei

Die Jubilarin ist eine Schwester des langjährigen Bückeburger Stadtmajors und Ratsmitgliedes Fritz Spieß, den sie ebenso überlebt hat wie die meisten ihrer zwölf Geschwister. Nur eine ist noch älter: Minna Kammann in Bückeburg. Sie feiert am 12. März ihren 102. Geburtstag. Gute Perspektiven also für Erna Nolting, es ihrer Schwester nachzumachen. Geboren ist die Jubilarin in Stadthagen. Ihr Vater war dort und in der Umgebung mit einem Pferdegespann unterwegs, um die Gaststätten mit Schaumburger Bier zu beliefern. Tochter Erna half fleißig in dem 15-köpfigen Familienunternehmen. Am 6. Mai 1933 heiratete sie in Bückeburg und zog dann mit ihrem Mann nach Kleinenbremen. Auch dort gab es viel zu tun, denn die Familie besaß Land und Wald sowie einen großen Garten. Außerdem hatte Erna Nolting noch ein besonderes Hobby: Sie befasste sich intensiv mit Heimatgeschichte. Bei Ernte- und Museumsfesten sowie anderen dörflichen Feiern trug sie plattdeutsche Texte vor, die sie selbst geschrieben hatte. Grundsätzlich erschien sie zu diesen Auftritten in ihrer Heimattracht. "Mutter wusste viel und hat viel gelesen, sie war richtig helle im Kopf", sagte uns Tochter Lore Wehking aus Minden. Und ihr Bruder Heinrich Nolting aus Kleinenbremen bestätigte das. Die geistigen und die körperlichen Anforderungen haben die Hundertjährige fit gehalten. Noch mit 95 Jahren lebte sie allein, versorgte sich selbst und beschäftigte sich mit Gartenarbeit. Erst danach zog sie ins Altenpflegeheim nach Luhden. Dort erschienen zum Gratulieren neben den beiden Kindern noch vier Enkel und ein Urenkel sowie Bürgermeister Peter Zabold, sein Stellvertreter Hartmut Büscher, der Chef des Samtgemeinderates Willi Dreves und Pastor Lutz Gräber.



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