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Aber der neue Haushalt ist ausgeglichen / Gewerbesteuer deutlich gestiegen / 222 Euro Pro-Kopf-Verschuldung

Luhden kann 2007 keine großen Sprünge machen

Luhden (sig). "Die hohen Umlagen machen mir schwere Bauchschmerzen", hat Vize-Bürgermeister Hartmut Büscher bei den letzten Beratungen zum Haushalt 2007 erklärt. Sie seien gegenüber 2005 um rund 80 Prozent gestiegen und schränken damit den finanziellen Handlungsraum der Gemeinde erheblich ein. Trotzdem verabschiedeten beide Fraktionen nach eingehender Beratung den Gesamtetat einstimmig.

veröffentlicht am 30.03.2007 um 00:00 Uhr

Tröstlich ist zumindest die Tatsache, dass der Haushalt mit 1,49 Millionen Euro ausgeglichen werden konnte. Allerdings ist für den Ausgleich des Verwaltungshaushaltes die Entnahme von 157 000 Euro aus der Rücklage erforderlich. Kredite werden aber nicht aufgenommen. Gemeindedirektorin Svenja Edlertrug zur weiteren Entspannung mit der Aussage bei: "Wir haben wenigstens noch Rücklagen; andere Kommunen haben längst alles aufgebraucht und verwalten nur noch Defizite." Für 2007 sehe sie jedoch beim Kreis eine Tendenz zum weiteren Anheben der Umlage. Die Gemeindedirektorin bezeichnete den neuen Haushalt als solide, "auch wenn wir keine großen Sprünge machen können". Der deutliche Anstieg der Gewerbesteuer von 380 000 im Vorjahr auf jetzt 600 000 Euro habe eben immer zwei Seiten. Im darauf folgenden Jahr seien dann wieder höhere Umlagebeträge fällig. Dass der Luhdener Gemeinderat seine Einwohner nicht zusätzlich belasten will,sondern die Hebesätze für die beiden Grundsteuern bei 300 v.H. und bei der Gewerbesteuer bei 310 v.H. belässt, dürfte sicherlich ein positives Echo finden. Bürgermeister Peter Zabold berichtete darüber, dass man 5000 Euro für den Einbau einer neuen Schlüsselanlage in der Turnhalle zur Verfügung stellen wolle. Insgesamt gebe die Gemeinde alljährlich 20 000 Euro für die Halle aus. Siegfried Kaboth äußerte bei der "Bürgerbefragung" zwei zusätzliche Wünsche. Der Luhdener Sportverein benötige für die Durchführung größerer Veranstaltungen einen regensicheren Unterstand auf dem Sportplatz. Außerdem sei es sinnvoll, neben der Heizungsanlage Toiletten anzulegen, damit nicht immer die Sporthalle geöffnet werden müsse, was ja auch zusätzlichen Reinigungsbedarf nach sich zieht. Diese Anregungen wollen Mitglieder des Bauausschusses erst einmal mit dem Vorsitzenden des LSV, Stephan Olms, eingehend erörtern, bevor dazu Entscheidungen gefällt werden. Im Vermögenshaushalt ist derzeit ohnehin keine Luft mehr. Da sind bereits 15 000 Euro für die Erneuerung des Weges zur Turnhalle eingeplant. Für Baumaßnahmen an Gemeindestraßen und am Regenrückhaltebecken im Bereich der neuen Umgehungsstraße (K 8) stehen Restzahlungen von 60 000 Euro an. Dazu kommen noch Grundstückskäufe, für die man 26 200 Euro benötigt. Die Sanierung der Fahrbahn im Lindenbrink muss mit 10 000 Euro bezahlt werden. Und schließlich sollen noch ein Aufsitzrasenmäher und ein neues Schild am Ortseingang angeschafft werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde liegt jetzt bei 222 Euro. Sieübertrifft damit den Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen (146 Euro), aber das ist kein Anlass zu irgendwelchen Besorgnissen. Die Schulden sind nämlich gegenüber dem letzten Stand (234 Euro) auf dem Rückmarsch.

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