weather-image
14°
Autorenlesung im Joel-Le-Theule-Saal / Auf den Spuren zweier toter Mädchen

Lüpkes begeistert mit Mordgeschichte

Bückeburg (bus). Eine Begegnung mit der Autorin und Sängerin Sandra Lüpkes hat das Publikum im Joel-Le-Theule-Saal des Rathauses entzückt. Das vom Kulturverein in Zusammenarbeit mit der Hofbuchhandlung Frommhold organisierte Gastspiel vermittelte in erster Linie kleine Einblicke in den aktuellen Fall der - wie ihre Schöpferin höchst selbstbewussten und schwer charmanten - Kriminalermittlerin Wencke Tydmers.

veröffentlicht am 24.05.2008 um 00:00 Uhr

Sandra Lüpkes stellt ihr aktuelles Buch "Die Blütenfrau" vor.

Als Drei ngabe kam das Publikum in den Genuss mehrerer Songs, denen Lars Börge Eduard eine kompetente pianistische Grundlage schuf, sowie als vergnügliches Betthupferl der Kurzgeschichte "Weggezappt", in der eine frustrierte Ehefrau ihren Mann per Fernbedienung ins Jenseits befördert. Lüpkes gilt als eine der erfolgreichsten Schriftstellerinen deutscher Feder. Die 37-Jährige (Gesamtauflage: 200 000) punktet mit im Hohen Norden angesiedelten Mordsgeschichten. In der im Theule-Saal vorgestellten "Blütenfrau", ihr achter Krimi, begibt sie sich gemeinsam mit ihrem Alter Ego Tydmers auf die Spuren zweier toter Mädchen. Alles deutet auf ein Sexualdelikt hin. Das Verbrechen trägt die Handschrift des just aus der Haft entlassenen Triebtäters Gernot Huckler. Pädophilenhatz droht. Man hätte sich gerade die Leseprobe, in der die Autorin sich in die Lage des Kinderschänders versetzt, etwas mehr im Diabolischen angesiedelt gewünscht. "Es geht in dem Buch aber nicht um Kindesmissbrauch oder gar um dessen Schilderung", klärt Lüpkes im Anschluss auf, "sondern darum, wie wir mit dem Thema Pädophilie umgehen". Der neue Wencke-Krimi komme gut an, lässt die Mutter zweier Kinder in ihrem Internet-Tagebuch wissen, "auch wenn das Thema ein schwieriges ist und sicher nicht jeder, der einen Küstenkrimi kauft, seine Erwartungen erfüllt sieht." Der Vortrag - Lüpkes sitzt, nicht gelümmelt und kaum angelehnt, auf einem Barhocker - funktioniert ohne aufwändiges Equipment und großes Brimborium. Lange Leuteschlangen am Bücherstand und Signiertisch deuten darauf hin, dass sie sich im Bückeburger Auditorium großer Beliebtheit erfreut. Apropos "Bückeburger": "Besonders schade ist, dass ich die Lesung in Bückeburg verschieben musste. Das tut mir echt leid", teilt sie dem Internet-Publikum mit. "Meine Stimme war total weg", sagt sie im Theule-Saal. Die Erkrankung weise indes auch eine vorteilhafte Seite auf: "Wenn ich nicht reden kann, schreibe ich mehr." Na dann: Schlechte Besserung!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt