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Afrotropischer Entenvogel auch in Norddeutschland / Wesionär dokumentiert per Video Aufzucht von Nilgänsen

Lügder Wehrturm dient als Brutstätte für Nilgänse

Hameln (mj). Wie jedes Jahr brüten auch in diesem Turmfalken in den Gemäuern des alten Lügder Wehrturms am Brückentor, der um 1200 erbaut wurde und als Teil der Stadtbefestigung diente, ihre Eier aus. Doch vergangenen April diente der Turm zum ersten Mal auch Nilgänsen als Brutstätte.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:21 Uhr

Schwimmübungen auf der Emmer. 	 Foto: RüsenbergDieter

Nilgänse sind noch seltene Gäste in Norddeutschland – man kann sie erst seit ein paar Jahren bei uns antreffen. In anderen Teilen Europas gibt es den ursprünglich afrikanischen Vogel, der in seiner Heimat Ostafrika vor allem nahe nahrungsreichen subtropischen Binnenseen, Savannensümpfen und Flussläufen lebt und der häufigste afrotropische Entenvogel ist, hingegen schon seit dem 18. Jahrhundert, als man begann, Nilgänse als Ziergeflügel zu halten.

Wesionär „RüsenbergDieter“ hat das Lügder Gänsepaar und seine Küken von April bis Juni beobachtet und ein kleines Video gedreht, welches das Heranwachsen der Jungen in unseren Gefilden dokumentiert.

Typisch für die Nilgans ist die erstaunliche Variationsbreite in der Nistplatzwahl. Sie reicht von Bodennestern in Gras und Röhricht zu solchen in Felsspalten oder Baumhöhlen. Auch alte Baumnester großer Vögel in 15 – 20 Metern Höhe wie beispielsweise die der afrikanischen Schattenvögel in den Kronen der Schirmakazien, werden als Nistplätze gewählt. Daher wundert es nicht, dass das Gänsepaar in Lügde sein Nest im Wehrturm in etwa 10 Metern Höhe errichtete.

Wachsame Gänse-Eltern am Flussufer. 	 Foto: RüsenbergDieter
  • Wachsame Gänse-Eltern am Flussufer. Foto: RüsenbergDieter

Gewöhnlich dauert die Brutzeit der Tiere etwa einen Monat. Da Nilgänse Nestflüchter sind, verlassen die Küken jedoch schon kurz nach dem Schlüpfen ihr Nest. Einen tiefen Fall wie den vom Wehrturm hinab können die Küken deshalb überleben, weil sie nach der Geburt flauschig und sehr leicht sind – sie haben durchschnittlich ein Gewicht von nur 54 Gramm.

In der Regel werden die kleinen Küken von den Elternvögeln in Seichtwasserzonen und auf nahe gelegenen Grasflächen aufgezogen. Dass Nilgänse nicht nur während der Brutzeit streng territorial sind und keine anderen Entenvögel in ihrem Revier dulden, sondern auch nach dem Schlüpfen ihrer Jungen sehr wachsam sind, zeigt das Video von „RüsenbergDieter“: Das Elternpaar bewacht aufmerksam seine Jungen beim Schwimmen auf der Emmer und beim Grasen.

Wie im Video ebenfalls zu sehen ist, sind die Junggänse nach etwa neun bis zehn Wochen mit 63 – 73 Zentimetern und 1900 – 2500 Gramm Körpergewicht ausgewachsen und flugfähig. Mit spätestens fünf Monaten hat sich dann auch das Äußere der Jungtiere vollends geändert: Die kon-trastreiche schwarz-braune Färbung ist dem bunten Federkleid der erwachsenen Tiere gewichen und die charakteristischen dunklen Augen- und Brustflecken haben sich voll entwickelt.

Dieses Video und andere Beiträge von Wesionär „RüsenbergDieter“ findet man bei seinen Medien unter

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