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Glauser-Preisträgerin aus Bad Pyrmont schreibt an ihrem dritten Buch mit ihrer Privatdetektivin

Lucie Flebbes Lila mischt die Krimiszene auf

Bad Pyrmont. Manchmal möchte Lucie Flebbe so sein wie ihre Romanheldin Lila Ziegler: frech, ironisch, und immer die richtige Antwort zur richtigen Zeit parat. Ihr selbst, so gesteht die 32-jährige Pyrmonter Krimiautorin, gelingen schlagfertige Antworten nicht immer, aber dafür hat sie ja Lila, die Privatdetektivin aus Passion. Mit ihr schuf Lucie vor zwei Jahren, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Klassen, in dem Debütroman ,,Der 13. Brief“ eine Figur, die mit ihrer frischen, unkonventionellen Art auf Anhieb die Herzen der Leser und Leserinnen eroberte.

veröffentlicht am 08.02.2010 um 11:27 Uhr
aktualisiert am 10.02.2010 um 11:57 Uhr

Vor ihrem Kamin schreibt Lucie Flebbe am liebsten. Hier arbeitet

Autor:

Karin Heininger

Bad Pyrmont. Manchmal möchte Lucie Flebbe so sein wie ihre Romanheldin Lila Ziegler: frech, ironisch, und immer die richtige Antwort zur richtigen Zeit parat. Ihr selbst, so gesteht die 32-jährige Pyrmonter Krimiautorin, gelingen schlagfertige Antworten nicht immer, aber dafür hat sie ja Lila, die Privatdetektivin aus Passion.

Mit ihr schuf Lucie vor zwei Jahren, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Klassen, in dem Debütroman ,,Der 13. Brief“ eine Figur, die mit ihrer frischen, unkonventionellen Art auf Anhieb die Herzen der Leser und Leserinnen eroberte. Und die sich auf dem Büchermarkt nun schon in der dritten Auflage so gut behauptet, dass ihre geistige Urheberin inzwischen an der Rohfassung des dritten Lila-Romans arbeitet. Mit ihrem ersten Buch, erschienen im Dortmunder Krimi-Verlag ,,grafit“, mischte sie die deutsche Krimiszene auf und wurde mit dem renommierten „Friedrich-Glauser-Preis“ als die beste Newcomerin in der Sparte Roman ausgezeichnet.

Über ihr zweites Buch, das im März unter dem Titel ,,Hämatom“ erscheint, will die Autorin vorläufig nur soviel erzählen: ,,Der Ideen-Auslöser war eine Magentablette.“ Verraten sei noch, dass die Geschichte in der Putzkolonne eines Krankenhauses spielt. Und gründlich, wie Lucie Flebbe nun einmal ist, hat sie auch dieses Mal genau recherchiert. ,,Als ich selbst im Krankenhaus lag, habe ich genau beobachtet, wie lange die Putzfrauen für ein Zimmer brauchen, was sie alles auf ihrem Reinigungswagen haben, worüber sie sich so unterhalten. Schließlich müssen auch die Kleinigkeiten in einer Geschichte stimmen,“ sagt sie.

Und damit sie auch die örtlichen Gegebenheiten genau schildern kann, fährt sie öfter nach Bochum, wo Lila zu Hause ist, wo Lucie Flebbe selbst aber niemanden kennt. Dort schlendert sie durch ganze Straßenviertel, spricht mit den Menschen, geht in Kneipen oder Parks und fährt mit Bussen und Bahnen.

Schreiben, daran lässt die kreative Pyrmonterin keinen Zweifel, ist seit frühester Jugend ihr ganz großes Hobby. Und das ist auch so geblieben, als sich voriges Jahr ihre Lebensumstände änderten: Sie hat geheiratet und bildet jetzt eine Patchworkfamilie mit vier Kindern. Zwei fast erwachsene brachte ihr Mann mit, eine vierjährige Tochter steuerte sie selbst bei, und vor acht Monaten kam noch der gemeinsame Sohn Nicklas auf die Welt. Während sie selbst als Physiotherapeutin in einer Kurklinik arbeitet, nahm ihr Mann die Elternzeit in Anspruch. ,,Er schaufelt mir die Zeit zum Schreiben frei, ist aber auch mein schärfster Kritiker. Wenn er auf dem Laptop etwas liest und meckert, ändere ich auch schon mal eine Passage, weil er es als Leser ja verstehen muss.“

Oft kommt Lucie Flebbe erst spätabends zum Schreiben, ,,und dabei kann dann schon mal eine Nacht draufgehen“. Nebenbei musste sie sich in jüngster Zeit auch noch durch etwa 70 Krimis lesen. Als Gewinnerin des Friedrich-Glauser-Preises 2009 gehört sie zur Jury, die über die Vergabe für 2010 entscheidet.

Auch wenn das Ende eines Kriminalfalles im Prinzip schon von Anfang an feststehe, könne sich die Lösung manchmal durchaus auch für sie selbst spannend und überraschend entwickeln, gesteht die Autorin: ,,Manchmal gewinnen die Personen ein Eigenleben, das man vorher so nicht absehen konnte.“

Eins steht fest: Lila wird nicht ewig leben, das Ende ihrer Biographie hat Lucie Flebbe schon im Hinterkopf. ,,Aber wenn mir etwas einfällt, schiebe ich einfach noch eine Geschichte dazwischen“, verspricht sie gutgelaunt.



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