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18 Arbeitsplätze auf der Kippe / Wirtschaftliche Schwierigkeiten nach Verlust eines Großauftrags

Lorenzen Communication beantragt Insolvenz

Bückeburg (rc). Die Lorenzen Communication GmbH hat Insolvenz beantragt. 18 Mitarbeiter wurden von ihrer Arbeit freigestellt. Zwei bleiben aktiv, um den Kundenservice aufrecht zu erhalten und "weiteren Schaden für das Unternehmen abzuwehren".

veröffentlicht am 28.08.2006 um 00:00 Uhr

Nach Wegfall eines Großauftrags und Schwierigkeiten beim Verkauf

Das Insolvenzgericht am Amtsgericht Bückeburg bestellte am Freitagnachmittag den Bückeburger Rechtsanwalt Olaf Handschuh zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er machte sich bereits kurz darauf ein Bild über die Lage des Unternehmens. Nach Informationen unserer Zeitung soll heute auf einer Betriebsversammlung die Belegschaft vom Insolvenzverwalter über die Lage des Unternehmens sowie den weiteren Fortgang informiert werden. Lorenzen baut und vertreibt Produkte und Zubehör rund um das Satellitenfernsehen wie Receiver, Schüsseln, Kabel oder Relais. In der Innenstadt ist Lorenzen mit einem Geschäft präsent, an dem er seine Ware an die Endkunden verkauft. Dieses Geschäft ist seit dem Wochenende geschlossen, die Fläche steht bereits zur Vermietung. Wie Gesellschafter und Geschäftsführer Sønke Lorenzen auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, habe ein Großkunde wegen eigener finanzieller Schwierigkeiten Ende 2004 einen längerfristigen Abnahmevertrag gekündigt: "Ich habe damals sehr, sehr viel Geld verloren". Die daraus resultierenden Umsatzeinbrüche und die finanzielle Schwächung seines Unternehmens habe er trotz aller Bemühungen in den Folgemonaten nicht auffangen können. Auch der Versuch, durch den Verkauf von 49 Prozent der Gesellschafteranteile der Lorenzen Communication an einen "global player" neues und frisches Geld in das Unternehmen zu bekommen, sei letztendlich gescheitert. Zwar seien die entsprechenden Verträge unterschrieben und notariell beglaubigt worden. Nur die vereinbarte Kaufsumme sei trotz mehrfacher Mahnungen und Aufforderungen bis heute nicht geflossen. Er rechne auch nicht mehr damit, dass das Geld noch fließe. Die ausführende GmbH seines neuen Anteileigners habe vor einigen Wochen ihrerseits bereits vorläufige Insolvenz beantragt. Nach seinen Erfahrungen sei es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Vertriebs GmbH folge. Lorenzen, seit April 2002 Vorsitzender der Bückeburger Stadtmarketing, bedauerte gegenüber unserer Zeitung den Schritt, zum Insolvenzrichter habe gehen zu müssen. Besonders für seine Mitarbeiter tue es ihm weh, die zum Teil bereits über zehn Jahre in seinem Unternehmen tätig seien. Wie es nun weiter geht, ob zum Beispiel das Geschäft vorläufig weitergeführt werden kann, überhaupt genügend Masse zur Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens oder aber die Gründung einer Auffanggesellschaft möglich ist, wird der vorläufige Insolvenzverwalter in den kommenden Stunden und Tagen überprüfen und entscheiden müssen.Am Wochenende war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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