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Pläne zum gelockerten Ladenschlussgesetz lassen Geschäftsleute kalt / Langer Sonnabend?

Lorenzen: "Bückeburg ist nicht München"

Landkreis (gus/jl). Die gesetzliche Regelung der Ladenöffnungszeiten wird aller Voraussicht nach auch für Niedersachsen im April dieses Jahres geändert. Aktuelle Anhörungen der Interessenverbände durch die Landesregierung dienen nach Darstellung der führenden Politiker nur noch der Detailabstimmung. Die Schaumburger Geschäftswelt lässt die Entwicklung weitgehend kalt.

veröffentlicht am 18.01.2007 um 00:00 Uhr

Offenes Ende: Die Ladenzeiten in Schaumburg werden sich voraussi

Zurückhalten, abwarten - und das ohne besondere emotionale Anteilnahme. So könnte die Haltung der Befragten bezeichnet werden. In den Schaumburger Städten wird sich demnach im April an den Öffnungszeiten des Einzelhandels wenig bis gar nichts ändern. "Für Städte unserer Größenordnung wird es kaum Veränderungen geben", meint der Vorsitzende des Stadthäger Stadtmarketings (SMS), Holger Schulz. Jede Veränderung der Öffnungszeiten koste Geld, und zusätzliches Kaufkraft-Potenzial sehen weder Schulz noch Ludger Schmänk, Hagemeyer-Geschäftsführer in Stadthagen. Beide SMS-Mitglieder verweisen darauf, dass ihre Häuser für die Kreisstadt-Verhältnisse bereits recht lange geöffnet haben. Für Feinkost-Tietz hat Schulz die Ladenzeiten im Dezember ausgedehnt. Beschlüsse zu etwaigen Änderungen gibt es weder beim SMS noch bei der Interessengemeinschaft für Bad Nenndorf (IGBN). Deren Vorsitzender, Henning Jürgens, will eine Versammlung am 8. Februar abwarten. Dort solle über das Thema und die Vorgehensweise der IGBN diskutiert werden. "Wir sind nicht München", kritisierte Sønke Lorenzen, der Vorsitzende des Bückeburger Stadtmarketings (BSM), das Vorgehen der Politik in dieser Frage. Das Einkaufen in Großstädten und auf dem Lande könne nicht einheitlich geregelt werden. Die Großstädte seien eine ganz andere Welt. Für Lorenzen müssen die Ladenzeiten in Schaumburg "aus der Kommune heraus kommen. Das kann nicht die Politik regeln". Überdies sei es für kleine Unternehmen wirtschaftlich nicht zumutbar, Personal für 15 Stunden Öffnungszeit zu bezahlen. Wichtig seien einheitliche Kernzeiten, damit die Kunden genau orientiert seien. Lorenzen wies auf ein weiteres Problem bei langen Abendzeiten hin: den Schutz des Eigentums der Ladenbesitzer. Mit wenig Personal sei das brisant. Für die "Faulen", die unbedingt abends einkaufen müssten, hat der BSM-Vorsitzende einen Tipp: "Das gut ausgebaute Tankstellennetz." Rintelns Stadtmanagerin Beate Behrens beurteilt die Sacheähnlich. Mehr als 40 Stunden seien für überwiegend inhabergeführte Geschäfte wie in der Weserstadt nicht möglich. Die Freigabe der Öffnungszeiten ist laut Behrens "für Events wie Einkaufsnächte sehr gut -aber nicht für den Alltag". Die Stadtmanagerin kritisierte die Ungleichzeitigkeit derpolitischen Entscheidungen. Die ein halbes Jahr frühere Regelung in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit der Weihnachtszeit mittendrin sei für eine Grenzregion wie Rinteln schädlich gewesen. Im Nachbarland sind die Verkaufszeiten seit November 2006 rund um die Uhr frei gegeben. Weder die Hagemeyer-Häuser in Minden und Bad Oeynhausen, noch die Ratio-Filialen in NRW machen von der Möglichkeit Gebrauch, länger als bis 20 Uhr zu öffnen. Das hat die Ratio-Pressestelle beziehungsweise der geschäftsführende Hagemeyer-Gesellschafter Fritz Drabert erklärt. Auch der Werre-Park in Oeynhausen hat die anfänglichen längeren Zeiten wieder weitgehend eingedampft. Die Vorsicht vorübereilter Neustrukturierung erklärt sich im Fall Hagemeyer mit den Erfahrungen aus Minden. Dort ist laut Drabert in der Weihnachtszeit donnerstags bis 21 Uhr geöffnet gewesen. Ab 20 Uhr sei "tote Hose" gewesen. "Wir sind mit dem Ladenschluss um 19 Uhr gut aufgestellt", sind Schmänk und Drabertsich einig. Änderungen könnte es in der Schaumburger Kreisstadt dennoch geben. Allerdings nicht in Richtung Mitternachts-Shopping. Schulz hält einen "langen Donnerstag" oder einen "langen Sonnabend" für denkbar. Wichtiger als die Gedanken zu mehr Einkaufszeit ist dem SMS-Vorsitzenden - wie dessen Kollegen in Rinteln und Bückeburg - die Angleichung der Öffnungszeiten in der Innenstadt. "Da sind wir auf einem guten Weg. Aber noch nicht am Ziel", so Schulz.



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