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Kreis-Jugendfeuerwehrwart: Geburtenschwache Jahrgänge machen Schaumburger Brandschützern zu schaffen

Lohmann: "Steuern auf hauptamtliche Feuerwehren zu"

Landkreis/Rodenberg (ede). 3588 Feuerwehrleute in 110 Feuerwehren - der Landkreis scheint gut versorgt zu sein. Zumindest auf den ersten Blick. Bei näherem Hinsehen geht es der Kreisfeuerwehr alles andere als gut, behauptet zumindest Frank Lohmann.

veröffentlicht am 21.02.2007 um 00:00 Uhr

Feuerwehrleute aus dem Kreis sind für ihre Verdienste geehrt wor

Beim Kreis-Jugendfeuerwehrtag in der Rodenberger Stadtschule machte der Kreis-Jugendfeuerwehrwart vor rund 270 Delegierten aus dem gesamten Landkreis deutlich, warum ihn die Zahlen nicht beruhigen, sondern im Gegenteil sogar alarmieren. Dabei wurde deutlich, dass Lohmann vor allem die geburtenschwachen Jahrgänge größte Sorge bereiten. Kritik übte er an den Politikern, die immer noch meinten, an den Feuerwehren sparen zu können. Allein für die vergangenen fünf Jahre wurden 25 Prozent weniger Kinder und Jugendliche im Jugendfeuerwehralter registriert. Für das Jahr 2012 werden es den Ausführungen Lohmanns nach sogar 33 Prozent weniger Schulanfänger, und damit auch deutlich weniger potenzielle Mitglieder in den Nachwuchswehren geben. Dabei seien die Feuerwehren dringend auf Nachwuchs angewiesen. Die Feuerwehrleute "sind an ihrer Leistungsgrenze angekommen oder haben diese bereits überschritten", konstatierte Lohmann. Dies nicht zuletzt wegen der Doppelbelastung, der sich die Feuerwehrleute als ehrenamtliche Aktive ausgesetzt sehen. Zumal die Arbeitgeber, wie Lohmann weiß, nicht immer mitspielten. Dass wiederum bekommt indirekt auch der Nachwuchs zu spüren. Immer mehr Eltern signalisierten in aller Deutlichkeit, dass sie den Kindern diese Belastung nicht aufbürden wollen, verdeutlichte der Kreis-Jugendfeuerwehrwart. Lohmann sprach in diesem Zusammenhang von einer "Herausforderung schlechthin", der sich alle zu stellen hätten. Die Feuerwehren hätten sich dieser jedoch längst angenommen: Bereits vor Jahren sei die flächendeckende Ausstattung mit Jugendfeuerwehren und Jugend-Feuerwehrgemeinschaften umgesetzt worden, und mit der Gründung von Kinderfeuerwehren sei man im vergangenen Jahr ein Stück weit voran gekommen, so Lohmann. In diePflicht zu nehmen seien daher vor allem die Politiker, die ganz offensichtlich immer noch meinten, bei den Feuerwehren sparen zu müssen. "Wenn es nach einigen Kommunalpolitikern in unseren Gemeinden, Städten und im Kreistag geht, kann die Zahl der Ortsfeuerwehren deutlich verkleinert werden, weilsie meinen, durch Einsparungen bei der Sachausstattung der Freiwilligen Feuerwehren ihre Haushalte sanieren zu können", so Lohmann. Es stelle sich dann nur die Frage, wer zukünftig deren Arbeit übernehmen soll - die Kommunalpolitiker vielleicht? fragte Lohmann ganz ohne Ironie. Wenn dem nicht entgegengewirkt werde, "steuern wir konsequent auf hauptamtliche Feuerwehren zu", prognostizierte der Kreis-Jugendfeuerwehrwart. Die Personalkosten würden für manche Gemeinde mit Sicherheit den "finanziellen Ruin" bedeuten.

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