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307 Patienten am Samstag ins Johannes-Wesling-Klinikum verlegt / 1500 Mitarbeiter am Standort Minden im Einsatz

Logistisches Mammutprojekt verläuft fast komplikationslos

Minden (bus). In Minden ist am Wochenende der Patientenumzug ins neue Johannes-Wesling-Klinikumüber die Bühne gegangen. Das logistische Mammutprojekt, in dessen Verlauf 307 Kranke von den bisherigen innerstädtischen Standorten zu dem im Ortsteil Häverstädt gelegenen Neubau transportiert wurden, nahm einen nahezu komplikationslosen Verlauf. Lediglich ein falsch geparktes (und rasch entferntes) Lieferfahrzeug im Intensivbereich sorgte am frühen Sonnabendmorgen für minimale Verzögerungen.

veröffentlicht am 31.03.2008 um 00:00 Uhr

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Die Verlegung erweckte bei Unbeteiligten den Eindruck eines völlig unaufgeregten Unterfangens. "Es hat von Anfang an eine äußerst gute Grundstimmung geherrscht", sagte der Projektleiter Neubau und Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken, Gerald Oestereich. Am Sonnabend war der Transport der für diesen Tag vorgesehenen 196 Patienten bereits um 14.30Uhr - zwei Stunden früher als erwartet - abgeschlossen. Der Zeitgewinn war auch dadurch begründet, dass wesentlich weniger Patienten als zunächst geplant verlegt werden mussten. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit bis zu 550 Kranken gerechnet. Somit entpuppte sich der inklusive Ausstattung 245 Millionen Euro teure Komplex sozusagen als Gesundbrunnen, wirkten die 864 Betten auf den ersten Blick ein wenig überdimensioniert. Während des Umzugs kümmerten sich 1 500 Klinikumsmitarbeiter um den reibungslosen Ablauf. Zusätzliche Kräfte stellten die Feuerwehr (150 Personen) und die Polizei (50), auf den 55 Transportfahrzeugen und im Einsatzstab waren 150 Frauen und Männer im Einsatz. Die Wochenendaktion umfasste etwa 20Prozent des Gesamtumzugs. Insgesamt mussten mehr als 9 000 Kubikmeter Material - rund 10 000 Einzelgegenstände und 12 000 Kartons - bewegt werden. Der tatsächlich erste Patient erreichte "Johannes Wesling" indes außerhalb aller Planungen. Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Fahrten musste ein 58-jähriger Mindener in einer Notfalloperation von den Ärzten der Hals-Nasen-Ohrenabteilung versorgt werden. Bis zum Nachmittag hatte sich die Zahl der Notfallpatienten, darunter ein Schlaganfall und zwei Herzinfarkte, auf 25 erhöht. Auch in den neuen Operationssälen sei alles einwandfrei verlaufen, so Oestereich. Zahlen und Fakten Geländegröße: 20 Hektar; Gebäudegröße: 46 000 Quadratmeter Nutzfläche, Gesamtgebäudelänge: 313 Meter; Anzahl der Räume: 3 550; Menge des verbauten Betons: 65 300 Kubikmeter (entspricht einer 17 Kilometer langen, dreispurigen Autobahn), Verbauter Stahl: 23.000 Tonnen (womit eine Wasserrohrleitung von 9 000 Kilometer Länge erstellt werden könnte); Licht- und Lampenkabel: 1 000 Kilometer; Datenkabel: 850 Kilometer; Wasserleitungen: 37 500 laufende Meter; Brandschutz: 23 500 Sprinklerköpfe; 7 500 Rauchmelder; Fensterfläche: 22 100 Quadratmeter; zu reinigende Flächen: 80 000 Quadratmeter.



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