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Bürgerversammlung soll Interesse und technische Details klären / Ausbau für Langenholzhausen 2008

Löcher im DSL-Netz: Stadt geht auf Telekom zu

Rinteln (mld). "Man muss sich ein Telefonnetz wie Wasserrohre vorstellen", erklärt Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder: "Wenn man zu weit weg lebt vom Knotenpunkt, dann reicht der Druck nicht mehr aus, um das Wasser in die Haushalte zu pumpen." Bleibt man bei diesem schönen Bild, kann man die Notwendigkeit für DSL so erklären: Wasser kann nicht nur mit unterschiedlichem Druck, sondern auch verschieden schnell fließen - und mit einer DSL-Verbindung lässt sich eine Übertragungsrate von immerhin bis zu 210 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichen - im Gegensatz zu einer Telefonmodem- oder ISDN-Verbindung mit nur etwa 56 beziehungsweise 128 Kilobit pro Sekunde sind das komplett andere Dimensionen.

veröffentlicht am 30.11.2007 um 00:00 Uhr

Laut der Deutschen Telekom können inzwischen rund 93 Prozent der Teilnehmeranschlüsse mit DSL versorgt werden - eine Zahl, die allerdings regelmäßig auf Kritik stößt. Immer noch sind ganze Ortsteile von der - heutzutage oft notwendigen - schnellen DSL-Verbindung ausgeschlossen. Laut Schröder sind es in Rinteln vor allem Bereiche in Deckbergen, Kohlenstädt und Wennenkamp, deren Verbindungen zu schwach seien. Deswegen sei die Stadt Rinteln auf die Deutsche Telekom zugegangen: "Die Bürgerschaft und die Telekom sollen auf einer Bürgerversammlung im Rathaus zusammengeführt werden." Friedhelm Skoruppa kennt das Problem: Er lebt auf der Bulte in Deckbergen, und das ist nach seinen Angaben zu weit vom nächsten Verbindungspunkt in Hessisch Oldendorf entfernt, ganze sieben Kilometer. Deswegen ist eine Unterschriftensammlung geplant, für die Skoruppa mit drei- bis vierhundert Unterstützern rechnet. "Aber wir halten uns mit so einer Aktion noch zurück", so Skoruppa: Erst einmal müsse mit der Telekom verhandelt werden. Auch mit dem lokalen Telekommunikationsunternehmen Teleos stehe man in Verbindung. Skoruppa vermutet neben der Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle auch die Höhenlage, die Teilen Deckbergens einen DSL-Anschluss unmöglich mache: Das tiefer gelegene Deckberger Neubaugebiet zum Beispiel hätte keinerlei Probleme gehabt, DSL-Anschlüsse zu bekommen. Tatsächlich reicht es für einen DSL-Anschluss nicht, eine Telefonleitung zu besitzen: Die Vermittlungsstelle (wie in Hessisch Oldendorf) muss mit ausreichenden Anschlüssen ausgestattet sein, um alle Haushalte versorgen zu können. Auch die Länge und der Durchmesser der vorhandenen Leitung spielen eine Rolle, genauso wie die Zahl derer, die bereits DSL nutzen. Auch die Gemeinde Kalletal kennt das Problem: Gerade das Gewerbegebiet des Ortsteils Langenholzhausen hat nur unzureichende DSL-Versorgung. Bürgermeister Klaus Fritzemeier hat sich deswegen an die Deutsche Telekom AG gewandt, um - bereits zum zweiten Mal - auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Antwort folgte prompt: Der DSL-Ausbau in Langenholzhausen sei nach eingehender Prüfung "wirtschaftlich", das Vorhaben werde daher in das Ausbauprogramm 2008 aufgenommen. Über genaue Realisierungstermine könnten jedoch "zum jetzigen Zeitpunkt keine seriösen Aussagen getroffen werden". Laut Jörg Schröder muss in den betroffenen Gebieten die gesamte Infrastruktur neu aufgebaut werden. Daher soll jetzt in einer Bürgerversammlung zusammen mit der Telekom geklärt werden, welche technischen Maßnahmen ergriffen werden müssen und wie viele Interessierte es überhaupt gibt. "Die Anschlüsse werden schließlich nach wirtschaftlichen Prinzipien gelegt", ruft Schröder zur Teilnahme auf, "deswegen braucht die Aktion möglichst viel Publizität." Ein Termin für die Versammlung steht derzeit allerdings noch nicht fest.



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