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Logistikunternehmen CTL eröffnet Umschlagplatz in Lauenau / Lastzüge rollen derzeit nur nachts

Lkw-Drehscheibe für ganz Norddeutschland

Lauenau (nah). Gähnende Leere herrscht tagsüber auf dem großen Werksgelände der Cargo Trans Logistik (CTL). Erst am Abend kommt Leben in die 155 Meter lange und 33 Meter breite Halle, die nur einen Steinwurf weit von der A 2 und ihrer nächsten Auf- und Abfahrt entfernt liegt. Bis zu 84 Tore öffnen sich, um die Fracht von Lastzügen aufnehmen zu können. Die Trucks rollen nach genauem Zeitplan zwischen 18 Uhr und dem frühen Morgen an - und verlassen wenige Stunden später das Gelände. In einer Nacht können bis zu 5000 Paletten oder andere großvolumige Verpackungseinheiten verladen werden.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:06 Uhr

Arbeitsplatz mit Vogelperspektive für Nachtaktive: Andreas Girga

Seit wenigen Tagen trägt der Lauenauer Logistikpark ein neues Prädikat. Hier befindet sich eine der "Naben" des Transport-Netzwerks der CTL. "Hub and Spoke System (englisch für "Nabe- und Speiche-System") nennt die 1993 gegründete Kooperation mit Sitz in Homberg/Efze in Nordhessen ihr Prinzip. Bisher unterhielt CTLVerladezentren auf angemieteten Flächen. Seit einigen Jahren aber wachsen eigene Umschlagplätze an verkehrsgünstig gelegenen Schnittpunkten. Im fränkischen Aurach wurde mit einem ersten "HUB" begonnen. Lauenau folgte jetzt für den norddeutschen Bereich. In Bingen soll Betriebsaufnahme in 2008 in einem gleichartigen Komplex wie jetzt am Deister sein. CTL sieht darin "Drehscheiben", die Stückgut schnell und auf "schlanken Wegen" an die Bestimmungsorte bringen kann. Ohne großes Aufsehen zu erregen, ist der Betrieb in Lauenau vor wenigen Wochen begonnen worden. Seither arbeiten die Umschlagsleiter Jacques Gelencir und Andreas Girga mit sechs Fachkräften in fünf Nächten pro Woche die eingehenden Lieferungen ab. Auf Papier wird weitgehend verzichtet. Lesegeräte registrieren die auf Aufklebern versehenen Vermerke, die bürotechnische Abwicklung erfolgt per Datenfernübertragung durch die Zentrale in Homberg. So können sich die hiesigen Mitarbeiter auf das Wesentliche ihrer Arbeit konzentrieren: der schnelle Warenumschlag. Bereits jetzt liefern 64 Speditionen ihre Transportgüter nach Lauenau. Dort erfolgt die Verteilung auf ein anderes Fahrzeug: Die vorgesehene Ladung geht mit weiteren Packstücken nach nur wenigen Stunden in eine andere Himmelsrichtung. Der Vorteil bei diesem System: Es gibt kaum leere Ladeflächen oder zeitaufwändige Touren quer durch die Republik. Ab September, wenn die bisherige Niederlassung Gelsenkirchen aufgelöst sein wird, dürfte die große Halle wohl ausgelastet sein. Dann werden nachts bis zu 80 Lastzüge erwartet. Wenn das Konzept des Unternehmens aufgeht, bekommt der in Minden ansässige Architekt Rolf Walter Schnitker, der ständig CTL-Projekte betreut, einen weiteren Auftrag: Das mehr als 31 000 Quadratmeter große Betriebsgelände lässt einen Anbau um weitere 50 Prozent Hallenfläche zu. Nach Unternehmensangaben sind schon heute europaweit mehr als 130 Spediteure an das CTL-Netz angeschlossen. Die Art des umgeschlagenen Guts reicht, wie der Lauenauer Leiter Girga erklärt, "wirklich von A bis Z". Girga und sein Kollege blicken von ihren Arbeitsplätzen hoch unter der Hallendecke auf das quirlige Geschehen in dem mehr als ein Fußballfeld großen Gebäude. Noch beginnt ihr Arbeitseinsatz in den Abendstunden. CTL ist jedoch flexibel genug, bei entsprechendem Bedarf zu anderen Zeiten zu agieren. Dann könnten sich die großen Tore auf dem videoüberwachten Gelände schnell auch tagsüber öffnen.

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