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Frank Suchland stellt sein neues Hörbuch vor / "Lyrik live" ist ab dem 1. Oktober im Handel

"Literarisch bin ich halt ein bisschen Anarchist"

Bückeburg. Dass das Lachen gesund ist, ist nicht nur eine viel beschworene Wahrheit aus der Binse, sondern wurde auch schon von Immanuel Kant erkannt, der einmal schrieb, dass es "der Lebenskraft zuträglich" sei. So gesehen dürfte das neue Hörbuch von Frank Suchland der Gesundheit ganz besonders zuträglich sein: "Lyrik live" präsentiert einen Mitschnitt einer Lesung mit Versen und Kurzgedichten der ganz besonders zwerchfellerschütternden Sorte. Das Album erscheint am 1. Oktober und wird bundesweit sowie in Österreich und der Schweiz über den regulären Buchhandel erhältlich sein.

veröffentlicht am 27.09.2008 um 00:00 Uhr

Frank Suchland

Autor:

Johannes Pietsch

Mit "Lyrik live" - es ist das neunte Hörbuch aus dem Hause ContraPunkt und das insgesamt 21. von Frank Suchland produzierte Album - geht die Zusammenarbeit zwischen dem Bückeburger Künstler und der Sparkasse Schaumburg in ihr zehntes Jahr. Diese Kooperation sei ebenso erfolgreich wie von gegenseitigem Vertrauen geprägt, erklärten Frank Suchland und Sparkassendirektor Rolf Watermann bei der Vorstellung des neuen Albums. "Wir unterstreichen mit der Förderung heimischer Künstler unseren Anspruch, als Institution vor Ort aktiv zu sein und zu bleiben", so Sparkassen-Marketingchef Werner Nickel. "Die schärfsten Kritiker der Elche..." lautet der Titel des jüngsten Leseprogramms von Bückeburgs Aushängeschild in Sachen Poesie und Lyrik, und es enthält einen wahrhaft urkomischen gereimten Parforce-Ritt durch 300 Jahre Literaturgeschichte. "Pardon"- und "Titanic"-Mitbegründer Robert Gernhardt kommt dort ebenso zu Gehör wie Christian Morgenstern, aber natürlich auch die großen deutschen Humoristen Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz oder Heinz Erhardt. Jüngst sorgte Frank Suchland mit Ausschnitten aus diesem Programm,überschrieben mit "Das geht ja gar nicht", im Rahmen der "Langen Nacht der Kultur" für donnernde Lachsalven. Der humorvollen Dichterfeder hatte sich Frank Suchland bereits auf seinem 2007 erschienenen Hörbuch "Der Kuckuck ist ein scheues Reh" verschrieben. Auf "Lyrik live" erfährt der Hörer den Vortrag der literarischen Comedy à la Suchland erstmals in der Atmosphäre einer Live-Darbietung. Mitgeschnitten wurde dazu eine Lesung der "Elche" in der Mühle in Bierde. "Es ist zum einen dort eine sehr gute Location mit unmittelbarem Kontakt des Künstlers zum Publikum, zum anderen mit einer ausgezeichneten Akustik", begründet Frank Suchland diese Wahl. Musikalisch begleitet wurde der Auftritt dabei nicht von Stefan Winkelhake, der sonst bei den "Elchen" die flinken Fingerübers Boogie-Piano fliegen lässt, sondern von Catharina von Bargen an der Gitarre. "Eine ganz bewusste Wahl, um einen musikalischen Kontrast zum knalligen Leseprogramm zu schaffen." Pianist Winkelhake sorgte sich indessen gemeinsam mit Oliver Hartmann um die technische Seite der Aufnahme. Frank Suchlands langjähriger Partner Hartmann zeichnete neben dem Rezitator selbst auch für die Konzeption, den Schnitt, die Produktion und das Mastering des Hörbuchs verantwortlich. Es ist nicht nur heiter, was Frank Suchland da in gewohnt launiger und stimmungsvoller Entertainermanier vorträgt. Da darf's auch mehr als einmal schlüpfrig werden wie bei Günter Nehm ("Zweimal Puff erfreut unbändig, einmal Puff ist unanständig.") und sogar - man glaubt es kaum - bei Gotthold Ephraim Lessing ("Der über uns"). An den Kragen geht es hingegen ganz großen Persönlichkeiten der Literaturund der Zeitgeschichte wie bei Christian Maintz, der Goethe mal eben kurz dement werden lässt, oder bei Michael Schönens traurigem (aber für den Hörer zum Brüllen komischen) Elefanten. "Da blitzt immer wieder dieser Gedanke: ?Das geht ja gar nicht! durch", so Frank Suchland. "Literarisch binich halt ein bisschen Anarchist."

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