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Karl-Heinz Barkhausen und Rolf Rinne bauen heute seltene Nutzpflanze an

Lippische Palme ist 2,63 Meter hoch - und soll alsbald in den Kochtopf

Todenmann (wm). "Was ist das für eine gigantische Palme, die bei ihnen im Garten wächst", ist Karl-Heinz Barkhausen aus Todenmann schon häufig von Spaziergängern gefragt worden - und kann da nur lachen: "So falsch liegen die gar nicht, denn Ziegenkohl wird tatsächlich auch lippische Palme genannt." Sage und schreibe 2,63 Meter hoch ist eine der Pflanzen - mit dem Metermaß nachgemessen. Früher eine gängige Nutzplanze, heute als aussterbene Art gehegt vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V..

veröffentlicht am 26.10.2006 um 00:00 Uhr

2,63 Meter misst diese "Lippische Palme" im Garten von Karl-Hein

Auf die Idee, das heute so exotische, aber eigentlich absolut bodenständige Gewächs anzubauen, hat Karl-Heinz Barkhausen und seinen Freund Rolf Rinne der Detmolder Kurt Hentschel gebracht, der in einer WDR-Fernsehsendung das wohlschmeckende Gemüse vorgestellt hatte. Rinne und Barkhausen schickten Hentschel einen Brief mit der Frage, ob er Saatgut besorgen könnte. Hentschel konnte und schickte beiden Gartenfreunden nicht nur Saatgut, sondern auch ein paar Rezepte, wie man den Braunkohl in ein deftig-leckeres Essen verwandelt. Die "Palme" passt bestens in den Garten von Karl-Heinz Barkhausen, denn dort tummeln sich bereits viele Raritäten und eine ungewöhnliche Sortenvielfalt, so unter anderem 50 verschiedene Liliengewächse, zahlreiche Iris-Arten und Buchsbäume. Barkhausen wie Rinne wollen mit dem ersten Frost ihren Braunkohl ernten und ein Rezept von Kurt Hentschel ausprobieren. Dazu gehören, neben dem Kohl, durchwachsenem Speck und lippischer Kohlwurst, auch viel Zwiebeln und Lorbeerblätter - sämig wird das Ganze mit einer Hand voll Haferflocken. Eine Prise Zucker und Muskat darf nicht fehlen. Dazu isst man Salzkartoffeln. Die Stängel vom Braunkohl, erzählt Barkhausen, seien früher zerhackt und im Winter als Futter verwendet worden, für Ziegen (daher auch der Name Ziegenkohl) seien die Blätter eine wahre Delikatesse.

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