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Vor Gericht: Bewährungsstrafen für 17, 18 und 23 Jahre alte Männer aus Georgien

Lippenstifte für hunderte Euro geklaut - Fluchtversuch endet an Straßenpfahl

Rinteln (maf). Knapp vier Monate nach dem Diebstahl in einem Rintelner Drogeriemarkt hat das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost drei Georgier zu vier- bis siebenmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt. Gleichzeitig wurden die Haftbefehle gegen die unterschiedlich lange in Untersuchungshaft sitzenden 17, 18 und 23 Jahre alten Männer aufgehoben.

veröffentlicht am 20.11.2006 um 00:00 Uhr

Am 26. Juli marschierten die beiden jüngsten Angeklagten, zwei Brüder, in das Rintelner Innenstadtgeschäft und hielten sich in der Kosmetikabteilung auf. Als eine misstrauische Verkäuferin hinzukam, ging der eine zur Kasse, der andere zum Ausgang. Er passierte die Sicherungsanlage und hielt dabei eine Tasche mit dem Diebesgut (vorallem Lippenstifte) über seinen Kopf. Bei dieser Tat erbeuteten die Brüder Kosmetika im Gesamtwert von 330 Euro. Einem glücklichen Zufall war es zu verdanken, dass die flüchtenden Ladendiebe nur zwei Tage danach gestellt werden konnten. In Hagenburg fiel einer Polizeistreife ein Pkw auf, der gerade einen Parkplatz verließ. Die Beamten wollten den mit den drei Angeklagten besetzten Wagen kontrollieren, da gab der 23-jährige Fahrer des verdächtigen Autos Gas. Sein Pech: Der Fluchtversuch endete schon wenig später an einem Begrenzungspfahl. Die Georgier flohen dann zu Fuß und warfen eine Tasche mit Kosmetikartikeln weg. In der Tasche befanden sich weitere geklaute Waren für 650 Euro, die aus mindestens einem anderen Ladendiebstahl stammten. Während zwei der Täter in Hagenburg festgenommen werden konnten und in Untersuchungshaft wanderten, gelang dem Dritten die Flucht. Er wurde zwei Wochen später verhaftet und musste ebenfalls hinter Gitter. Die 17 und 18 Jahre alten Brüder kamen im November 2005 nach Deutschland. Nach der Ablehnung ihrer Asylanträge leben die beiden mit einer Duldung in Braunschweig. Dort wohnt auch ihr 23-jähriger Landsmann, der im März als Asylsuchender einreiste. Sein Antrag wurde ebenso abgelehnt, er hat dagegen jedoch eine Klage eingereicht. Im September aus der U-Haft entlassen, erging gegen den Georgier jetzt zusätzlich ein dreimonatiges Fahrverbot, weil er vom Unfallort in Hagenburg weggelaufen war. Alle drei Angeklagten sind bei der Justiz bekannt: Im April verurteilte das Amtsgericht Braunschweig zunächst die beiden Brüder wegen Diebstahls, im August den 23-Jährigen.

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