weather-image
25°
Erlös aus dem Verkauf des Adventskalenders kommt insbesondere Hamelner Kindern und Jugendlichen zugute

Lions Club fördert soziale Projekte mit 33 000 Euro

Hameln (kar). Es gibt Projekte, die kommen so gut an, dass sie (fast) zum Selbstläufer werden: Der Adventskalender für den guten Zweck, den der Lions Club Hameln seit Jahren vor dem Weihnachtsfest herausbringt, ist so ein Projekt. „Es wird schon nach dem Kalender gefragt, bevor er überhaupt gedruckt ist“, sagt Lions-Präsident Stephan Rohmann. Die Käufer wissen: Jeder der fünf Euro, die dieser Kalender kostet, ist gut investiert, auch wenn man keinen der attraktiven Preise ergattert, die sich hinter den Türchen verbergen.

veröffentlicht am 05.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 19.04.2010 um 12:37 Uhr

270_008_4270528_hm304_0604.jpg

Hameln (kar). Es gibt Projekte, die kommen so gut an, dass sie (fast) zum Selbstläufer werden: Der Adventskalender für den guten Zweck, den der Lions Club Hameln seit Jahren vor dem Weihnachtsfest herausbringt, ist so ein Projekt. „Es wird schon nach dem Kalender gefragt, bevor er überhaupt gedruckt ist“, sagt Lions-Präsident Stephan Rohmann. Die Käufer wissen: Jeder der fünf Euro, die dieser Kalender kostet, ist gut investiert, auch wenn man keinen der attraktiven Preise ergattert, die sich hinter den Türchen verbergen. Denn: Der Erlös aus dem Verkauf dieses optisch von Karin Otto reizvoll gestalteten Kalenders fließt sozialen Projekten zu.

So war es in den vergangenen Jahren. So wird es auch weiterhin sein. 8000 Kalender hatte der Lions Club 2009 aufgelegt, 7800 wurden verkauft: „Ein neuer Rekord“, freut sich Rohmann. Nicht verkauft werden konnten lediglich 200 Kalender, die Produktionsmängel aufwiesen. Der Reinerlös von rund 33 000 Euro fließt jetzt in unterschiedliche Projekte.

Der größte Posten – 10 000 Euro – kommt der Aktion Kinderhilfe (Arki) zugute. Deren Vorsitzende Beate Killmann beschreibt Arki als einen Verein, der gespendete Mittel auf förderungswürdige soziale Projekte in der Region verteilt. Die vom Kinderschutzbund ins Leben gerufene Initiative „Schüler helfen Schülern“ sei so ein Projekt, das sich bewährt habe, gelungen und wirksam sei. Auch das Mädchencafé, das eine beliebte Anlaufstelle für junge Frauen mit Migrationshintergrund geworden sei, streicht Killmann heraus und stellt fest: „Bisher hatten wir ein Budget von rund 80 000 Euro aus Mitgliederbeiträgen und Spenden, in diesem Jahr kommen inklusive der Lions-Spende nur rund 50 000 Euro zur Ausschüttung.“ Umso dankbarer ist man bei Arki für jede Spende.

Auch der evangelische Jugenddienst ist auf Finanzspritzen angewiesen – für das Projekt „Paule macht Schule“ beispielsweise, das längst Schule gemacht hat mit Gewaltprävention, einer erfolgreichen Anti-Gewalt-Arbeit, die auf einer spielerisch-körperlichen Ebene Deeskalationstraining in Schulen anbietet. Mit dem Ziel, Konfliktsituationen zu erkennen und zu meistern, Selbstbewusstsein zu schulen und soziales Verhalten und Gemeinschaftsgefühl zu stärken. 6000 Euro fließen in dieses Projekt.

Über 5000 Euro freut sich die Jugendmusikschule, die in Kooperation mit dem Schiller-Gymnasium eine Bläserklasse einrichten will. „Wir finanzieren etwa zwölf Instrumente“, sagt Lions-Vizepräsident Andreas Riecke. Gerade in Zeiten, wo auf dem kulturellen Sektor immer mehr eingespart werde, sei Förderung von Kreativität wichtig. Und: „Musik ist ein Super-Ausgleich zum Computer“, so Riecke. Die Bläserklasse soll Schülern die Chance geben, i ein Instrument zu erlernen und durch das Zusammenspiel in der Gruppe Freude am gemeinsamen Musizieren wecken und erhalten. 4300 Euro bekommt die Hamelner Tafel zur Anschaffung einer dringend notwendigen neuen Kühlkombination für Lebensmittel, die an Bedürftige ausgegeben werden.

8000 Euro fließen in zwei Herzensanliegen des Lions Club Hameln – in die Projekte Lions Quest und Klasse 2000 (www.klasse2000.de). Was sich dahinter verbirgt, erklärt Dr. Jobst-Walter Dietz vom Lions Club: „Ziel der Klasse 2000 ist Gesundheitsförderung und Gewalt- und Suchtvorbeugung in der Grundschule.“ Die Klassenlehrer werden entsprechend geschult und gestalten in Ansprache mit externen Trainern den Unterricht. Dietz: „Die Kinder sollen dabei ihren Körper und die Bedeutung von Gesundheit kennenlernen. Selbsterfahrung, aber auch Ernährung und Bewegung spielen dabei eine große Rolle.“ Es werde zwar spielerisch gearbeitet, die Anforderungen würden aber von Mal zu Mal gesteigert. „Lebenskompetenz“ heißt die Zauberformel, auf die hier schon im Grundschulalter eingeschworen wird, und die bei Lions Quest ihre Fortsetzung findet. Hier dreht sich alles um das „Erwachsenwerden“: „Pubertät, Ich-Findung, Rauchen, Alkohol, auch mal Nein sagen können – all das sind Themen, die angesprochen werden“, umreißt Dietz das Programm, das auf Klasse 2000 aufbaut: „Die Lehrer werden in Seminaren geschult und mit Konzepten konfrontiert, aus denen sie sich bausteinmäßig und auf verschiedene Situationen zugeschnitten bedienen können.“ Es liege an ihnen, mit welcher Intensität sie ihre Bausteine einsetzen, so Dietz. Hinter diesem gruppendynamischen Konzept für 5. bis 10. Klassen stehe die Erkenntnis, dass die Vermittlung von Fachwissen allein nicht mehr ausreiche, sondern auch soziale und kommunikative Kompetenzen geschult werden müssten. Das Ziel: Kritisches Denken, Mut zur eigenen Meinung und Verantwortungsbewusstsein soll gefördert werden.

Bereits Gedanken gemacht hat man sich beim Lions Club Hameln, welche Projekte mit dem Verkauf des Adventskalenders 2010 unterstützt werden: „Jugendwerkstatt, Sorgentelefon, Aktion Kinderhilfe, Lions Quest und Klasse 2000“, listet Stephan Rohmann auf.

Die Unterstützung der Gesundheitsförderung sowie der Gewalt- und Suchtvorbeugung in der Grundschule liegt den Mitgliedern des Hamelner Lions Club besonders eng am Herzen.

Foto: Bilderbox

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare