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Über den Jahreswechsel häufen sich die Auseinandersetzungen der rechts- und linksextremen Szene

Linke greifen zur Eisenstange – Rechte nehmen Steine

Bückeburg. In den Tagen um den Jahreswechsel ist es – entgegen der Einschätzung (siehe Bericht oben) – einmal mehr zu Auseinandersetzungen der rechts- und linksextremen Szene in Bückeburg gekommen. Dabei kam es zu Körperverletzungen und Sachschäden. Insgesamt sieben Vorfälle bestätigte die zuständige Staatsschutzabteilung der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg auf Anfrage unserer Zeitung. Bei einem Fall sei ein politischer Hintergrund allerdings nicht bestätigt, sei aber auch nicht auszuschließen.

veröffentlicht am 07.01.2012 um 13:46 Uhr
aktualisiert am 27.11.2012 um 11:33 Uhr

Ein Überblick:

›Dienstag, 27. Dezember, gegen 16.30 Uhr: In einer Gasse im Bereich des „Obersten Hofes“ greifen zwei 21-Jährige, die der linksautonomen Szene zugerechnet werden, einen 19-Jährigen, der der rechtsradikalen Szene angehört, mit einer Eisenstange an. Der Mann flieht und erstattet umgehend Anzeige bei der Polizei. Gegenüber den Beamten gibt er an, die beiden Angreifer erkannt zu haben und nennt Namen.

Polizeibeamte fahren zu den Wohnungen der mutmaßlichen Täter. Bei einer werden sie von einem der Jugendlichen empfangen, der sie mit Schimpfwörtern überzieht und die Tür vor der Nase zuschlägt. Die Beamten erstatten Anzeige wegen Beleidigung.

›Mittwoch, 4. Januar, 1.58 Uhr: Offensichtlich als Reaktion auf den Angriff vom 27. Dezember werfen auf der Bahnhofstraße „mehrere schwarz Vermummte“ vier Fenster einer Wohnung im 1. Obergeschoss mit zum Teil faustgroßen Steinen ein. Auch die Scheibe der Eingangstür wird eingeworfen. In der Wohnung lebt einer der beiden mutmaßlichen Täter vom 27. Dezember. Die schwarz Vermummten besprühen mit silberner Farbe die Wände neben der Eingangstür mit einschlägigen rechten Parolen. Menschen kommen nicht zu Schaden. Der Sachschaden: rund 2000 Euro.

›Montag, 2. Januar, 2.30 Uhr: Im Wohnhaus zweier einschlägig bekannter Neonazis in der Petersilienstraße wird mit einem Golfschläger ein Fenster eingeschlagen. Außerdem wird eine Beule in den Kotflügel des Wagens der 18-Jährigen getreten. Der Schaden: rund 200 Euro.

›Samstag, 31. Dezember, früher Abend: Vier Jugendliche, die der linken Szene zugeordnet werden, sind zu Fuß im Bereich Unterwallweg/Neumarktplatz unterwegs, als im Bereich der Bushaltestelle mehrere Neonazis aus zwei voll besetzten Autos springen und die Jugendlichen angreifen. Diese können fliehen.

›Freitag, 30. Dezember, 18.45 Uhr: Auf einem Hinterhof des Parkplatzes „Oberster Hof“ zünden fünf bis sieben der rechten Szene zugeordnete Männer Böller. Die alarmierte Polizei trifft niemanden mehr an.

›Mittwoch, 28. Dezember: Der Fahrradständer hinter dem Stadthaus I ist mit einschlägigen rechten Plakaten beklebt worden.

›Neujahrsnacht: Die Scheiben der Bushaltestelle am „Obersten Hof“ werden eingeschlagen. Der Sachschaden beträgt rund 750 Euro. Dieser Vorfall kann nicht unbedingt dem linken oder rechen Spektrum zugeordnet werden, so die Polizei.

›30. Dezember bis 2. Januar: Die Außenfassade des Hubschraubermuseums wird mit rechten Schriftzeichen besprüht. Mit silberner Farbe, die, die am 4. Januar bei dem Angriff auf die Wohnung an der Bahnhofstraße erneut verwendet wird, so die Ermittlungen der Polizei.



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