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Komplizierter als im Wald: Bäume an der Bahnhofstraße gefällt / Holz steht zum Verkauf

Lindhorst ist sechs Linden los

Lindhorst (gus). Langsam wird es ernst mit der K 30-Sanierung – das haben gestern die Lindhorster zu spüren bekommen: Sechs große Linden fielen der Motorsäge zum Opfer. Mitarbeiter des Kreisforstamtes und der Firma Redeker entfernten die Bäume in Vorbereitung der anstehenden Arbeiten an der Ortsdurchfahrt.

veröffentlicht am 25.02.2011 um 00:00 Uhr

Zehn Männer waren mit dem Fällen der Bäume beschäftigt, erklärte Forstamtsleiter Lothar Seidel. Diese achteten besonders auf die Sicherheit, versuchten aber dennoch, die Verkehrsbehinderungen so marginal wie möglich zu gestalten. Nur in der „heißen Phase“, kurz bevor und während die Bäume krachend zu Boden gingen, musste die Bahnhofstraße abschnittsweise voll gesperrt werden. Dazu schalteten die Arbeiter zwei Baustellenampeln auf Rot.

Zusätzlich zu Säge, Beil und Keil kam ein Traktor zum Einsatz, der die Bäume mit einem Stahlseil in die gewünschte Richtung zog. „Im Wald“, so Seidel, „würden wir darauf verzichten.“ Die „Profis“ vom Forstamt beherrschen ihr Geschäft. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, gab die Zugmaschine die Richtung vor.

Deutlich gefährlicher als im Wald sei die Situation in einer Ortschaft, weil jederzeit Menschen aus Hauseingängen treten und so in den Gefahrenbereich gelangen können. Deshalb mussten die Arbeiter mit Argusaugen darauf achten, dass sich vor allem, wenn es brenzlig wurde, weder Autos noch Passanten in Baumnähe befanden.

Jede der sechs Linden wurde anschließend in beinahe handliche Stücke zerlegt, ein weiterer Traktor gabelte diese auf und verlud das Holz auf den Anhänger einer dritten Zugmaschine. Diese beiden Fahrzeuge transportierten die Ladung dann zum „Zwischenlager“ am Freibad. Sechsmal konnten die Lindhorster diese Prozedur gestern verfolgen, bis alle Linden verschwunden waren. Ein komisches Gefühl sei das ja schon, meinte eine Passantin, deren Kinder die Fällung mit großem Interesse beäugten. Die Linden gehörten lange zum Ortsbild. Aber schließlich müssen die Bäume schon wegen der bevorstehenden K 30-Sanierung weichen. Und der Ärger mit den Wurzeln, die die Gehwegplatten anheben, sei nun auch Geschichte. Seidel stellte während der Arbeiten zudem deutliche Faulstellen fest. Auch deshalb hätte das Forstamt den Bäumen ohnehin bald zu Leibe rücken müssen.

Brauchbares Brennholz lagert jetzt in großen Mengen am Freibad. Dieses bietet die Gemeinde nun zum Kauf an. Wer Interesse hat, soll sich im Rathaus melden, so Gemeindedirektor Jens Schwedhelm. Und das Lindhorst nun keine Linden mehr hat, stimmt auch nicht. „Am Edeka-Markt stehen noch welche“, sagte Bürgermeister Hans-Otto Blume schmunzelnd.



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