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Bundesweiter Vorlesetag mit Annegret Dreyer in der Grundschule

Lindgren - ganz schön frech!

Rinteln (cok). "Gebt uns Bücher - gebt uns Flügel!", das sagte Astrid Lindgren, aus deren reichem Bücherschatz am bundesweiten "Vorlesetag", sicherlich ganz besonders oft vorgelesen wurde in Schulen, Kindergärten und Bibliotheken. Die Kleinen aus der Grundschule Nord jedenfalls lauschten einer Astrid Lindgren-Geschichte, einfühlsam vorgelesen von der ehemaligen Lehrerin Annegret Dreyer.

veröffentlicht am 26.11.2007 um 00:00 Uhr

Annegret Dreyer liest in der Grundschule vor. Foto: cok

Dafür hatten sie sich alle auf den Klassenzimmerboden gesetzt, natürlich mit Kissen und Decken versorgt, und staunten erstmal, als die Vorleserin ein großes Bild der schwedischen Autorin herumzeigte, auf dem die alte Frau "bäh" die Zunge herausstreckt. "Ja - Astrid Lindgren konnte ganz schön frech sein", sagte sie und kündigte dann eine Geschichte an, über deren Titel die Kinder so sehr lachen konnten: "Der Räuber Assar-Bubbla". "Ich bin jetzt Astrid Lindgren!" behauptet Annegret Dreyer nun, und plötzlich sieht sie mit ihrem verschmitzten Lächeln und den weißen Haaren auch fast genau so aus. Als sie dann noch im Plauderton beginnt: "Jetzt möchte ich euch erzählen, wie es kam, dass es um ein Haar kein Buch über Pippi Langstrumpf gegeben hätte", da ist die Illusion fast perfekt. Zu schön, dabei zu sein, wenn eine große Horde Erstklässler ganz still und aufmerksam wird. Sie genießen diese Stimmung im Klassenzimmer und haben auch wirklich eine echte Vorlesekünstlerin erwischt, die, mehr erzählend als lesend, eine so lustige Begebenheit zum Besten gibt, wie nämlich Astrid Lindgren in der Straßenbahn von einem kleinen, fiesen Räuber hypnotisiert wird, so dass dieser ihre Aktentasche stehlen kann, die Aktentasche, in der sich das Manuskript von "Pippi Langstrumpf" befindet. Dabei amüsieren sich die Kinder nicht nur über die ziemlich abenteuerlich verlaufende Geschichte, sondern auch über allerlei Wortspiele, die darin vorkommen. "Kostbarlichkeiten" erwartet der Räuber in der Aktentasche, ja, er sagte "Kostbarlichkeiten", weil das viel kostbarer klingt als nur "Kostbarkeit". Und die "Schnörkel" der Kurzschrift im gefundenen Notizbuch, er nennt sie "Schnurkel". Astrid Lindgren ist wirklich eine wunderbare Schriftstellerin, auch diese eher unbekannte Erzählung beweist es (zu finden im Internet unter www.zeit.de/2007/46/Vorlesen-Assar). Insgesamt 7000 Vorleser hatten sich auf einen Aufruf der Wochenzeitschrift "Die Zeit" und der "Stiftung Lesen" gemeldet, um an diesem 4. Vorlesetag teilzunehmen. Unter den Namen, die alle in der "Zeit" abgedruckt sind, finden sich nicht nur viele hundert Prominente, sondern auch derjenige von Annegret Dreyer. Im nächsten Jahr ist sie ganz sicher wieder dabei. Und vielleicht noch ein paar andere Rintelner mehr.



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